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Minolta 800 si

Ich habe es getestet, das Flagschiff der Minolta- si- Reihe. Ohne Geld dafür zu bekommen, ich habe eher welches ausgegeben :-))

Um es vorweg zu nehmen: Die Kamera übertrifft alle Erwartungen. Auch das Preis- Leistungs- Verhältnis stimmt. Und die Kritikpunkte sind eher gering.

Der erste Eindruck nach dem Auspacken: Die 800 si ist etwas klobiger und schwerer als vergleichbare Kameras. Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung macht diesen Nachteil jedoch wieder wett.

Was kann die 800si?

Zuerst einmal ist sie eine normale Kleinbild- Spiegelreflex mit allen Vorteilen dieses Systems. Das Filmmaterial ist reichhaltig auf den Angebotslisten zu finden und hält für jeden Anwendungsbereich etwas bereit. Die Preise sind recht moderat. Eine riesige Auswahl von Wechselobjektiven läßt auch denjenigen auf seine Kosten kommen, der Nahaufnahmen anfertigen möchte oder sich mit Tierfotografie befaßt.

Die Entwickler der 800 si haben auf drei Dinge sichtlich besonderen Wert gelegt:

Ein praxisnahes Autofocussystem
Minolta benutzt für die automatische Scharfstellungeinstellung vier Einzelsensoren, die entweder einzeln oder zu einer Gruppe zusammengefaßt ausgewertet werden können. Daneben kann der Benutzer auf mehrere Programme zur Schärfeeinstellung zurückgreifen. Es gibt eine automatische Scharfstellung, die Möglichkeit des Nachführ- AF und einen statischen AF. Da nach meinen bisherigen Erfahrungen alle sehr präzise Arbeiten, wird der gesamte Bereich abgedeckt, der bei kreativer Fotografie benötigt wird. Daneben ist natürlich auch eine manuelle Einstellmöglichkeit gegeben. Die Kamera löst nicht aus, wenn das Objekt nicht scharfgestellt ist - diese Funktion ist abschaltbar. Falls das anvisierte Objekt zu dunkel oder zu kontrastarm ist, tritt das AF- Beleuchtungsgerät in Funktion. Im Entfernungsbereich von 0,7 m bis 7 m wird auf dem Objekt ein Linienmuster projeziert. Falls ein Programmblitzgerät verwendet wird, übernimmt das Blitzgerät diese Aufgabe.

Ein universelles Belichtungssystem
Neben einer Programm- Belichtungsautomatik mit Möglichkeit, die bestehende Blende oder Belichtungszeit auch bei veränderten Belichtungsverhältnissen zu erhalten und einer Zeitautomatik mit Blendenvorwahl, einer Blendenautomatik mit Zeitvorwahl und einer manuellen Belichtungseinstellung mit Belichtungsanalyse gibt es 5 fest eingebaute Motivprogramme für Porträt, Landschaft, Nahaufnahmen, Sport und Nachtaufnahmen, die durch Chipkarten und drei speicherbare Benutzerprofile weiter ausgebaut werden können. Zur Belichtungsmessung verwendet man in der 800 si 14 Segmente, die auch auswerten können, ob es sich um eine Gegegnlicht- oder Lichtspot- Aufnahme handelt. Der Benutzer kann wählen, ob alle 14 Segmente in die Auswertung einbezogen werden sollen, oder eine mittenbetonte Integralmessung durchgeführt werden soll. Dabei arbeiten auch alle 14 Elemente, die mittleren drei werden aber höher gewichtet. Auch eine Spotmessung unter ausschließlicher Benutzung des mittleren Elements ist möglich. Gezielte Über- und Unterbelichtungen können programmiert werden. Die Perfektonisten und Benutzer von Dia- Filmen wird besonders freuen, daß die 800 si die Anfertigung von Belichtungsreihen zuläßt. In 3, 5 oder 7 Aufnahmen, die nacheinander erfolgen, können 0.3, 0.5 oder 1.0 EV in + und - belichtet werden. Das funktioniert auch mit den Systemblitzgeräten und dem eingebauten Blitzgerät. Die 800 si läßt auch Mehrfachbelichtungen zu.
Die Belichtungswerte von 9 Filmen a´ 36 Bilder können gespeichert und später abgerufen werden, um den Bildern die Daten zuzuordnen - wichtig für den ernsthaften Fotografen.

Ein ausgeklügeltes Blitzsystem
Eine der größten Stärken des Minolta- Systems. Das eingebaute Blitzgerät hat eine Leitzahl von 14 bis 20 bei ISO 100 und wird der Brennweite automatisch angepaßt. Rote- Augen- Reduzierung und Aufhellblitz sind ja heute fast Standard. Die eigentlichen Vorteile kommen jedoch unter Verwendung des Systemblitzgerätes 5400HS. Dabei handelt es sich um ein kleines, handliches Gerät mit einer Leitzahl von 54 bei ISO 100. Während ansonsten die kürzeste Blitzsynchronzeit bei 1/200 s liegt, gestattet das 5400HS in Verbindung mit der 800 si eine Synchronzeit bis zu 1/ 8000 s. Das hat entscheidende Vorteile nicht nur bei Aufhellblitzen bei Porträtaufnahmen im Außenbereich. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Langzeit-Belichtungssynchronisation (vorhandenes Umgebungslicht wird stärker zur Geltung gebracht, aber auch das Hauptobjekt richtig belichtet) und es ist eine Synchronisation auf den zweiten Verschlußvorhang möglich (kreative Aufnahmen von sich bewegenden Objekten). Die beiden letztgenannten Varianten sind auch mit dem eingebauten Blitzgerät möglich. Es besteht die Möglichkeit der Blitzbelichtungskorrektur und die der Anfertigung von Blitzbelichtungsreihen. Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, das Systemblitzgerät von der 800 si abzusetzen. Ohne Kabelsalat zu produzieren, wird das Systemblitzgerät von der Kamera abgenommen und extern auf das Objekt gerichtet. Es übernimmt dann 100% der Belichtung des Objektes, wahlweise kann auch auf Verhältnissteuerung umgeschalten werden (2/3 vom externen, 1/3 vom internen Blitzgerät). Natürlich gibt es auch eine Synchronbuchse.

Natürlich konnte oben nur ein geringer Teil der vorhandenen Funktionen dargestellt werden.

Nun zu den Schwachpunkten:

Fazit:

Eine empfehlenswerte Kamera für denjenigen, der Fotografie als ernsthaftes Hobby oder beruflich betreibt und etwas Vorkenntnisse mitbringt. Es gibt in dieser Preisklasse nichts besseres. Für diejenigen, die noch nie mit Spiegelreflexkameras gearbeitet haben oder nur manchmal eben paar Fotos machen möchten, nur bedingt enpfehlenswert. Die 800 si ist nur bedingt outdoortauglich.

(c) Dieter TD 1999

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