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TM 808

In letzter Zeit tauchten in diversen Foren immer wieder Nachfragen zu einem Gerät namens Whites TM 808 auf. Diese Anfragen waren wohl vor allem dem Umstand geschuldet, daß diverse Anzeigen versprachen, mit diesem Gerät könne man in größerer Tiefe Hohlräume feststellen.

Vorab: Beim TM 808 handelt es sich um ein VLF- Gerät, das ursprünglich dafür entwickelt wurde, größere Metallteile in ebenfalls größerer Tiefe zu finden. Damit ist es schon von der Grundintention für den “normalen” Sondengänger schlicht unbrauchbar. Alle Kleinteile werden (abhängig vom Material und Tiefe unter ca.10 cm Kantenlänge) rigeros ausgeblendet. Eine Metallunterschiedung ist nicht vorhanden.

Eine der größten Nachteile beim Umgang mit dem 808 ist die Tatsache, das die Abstimmung und der Umgang mit dem Gerät eine Menge Übung erfordert, mit der die allermeisten Anfänger gnadenlos überfordert sein dürften. Die Automatik scheint rein gefühlsmäßig etliches an Tiefe zu “schlucken”. Genaue Messungen habe ich jedoch nicht angestellt. Zum Erreichen der maximalen Tiefenleistung ist man oft versucht, die Abstimmung bis an die Grenzen auszureizen. Das Gerät wird in diesem Zustand sehr schnell instabil,

Womit das Gerät scheinbar gar nicht klarkommt: wechselnd mineralisierter Boden.
Bei vernünftigen Bodenzuständen hinsichtlich Mineralisation und Restmüll schafft es der 808 doch, ein Objekt in Pistolengröße in ca. 1,00 m zu finden, mit deutlichem Signal. Vielleicht auch noch etwas tiefer. Da haben andere Sonden auch in Allmetall erhebliche Probleme mit. Eine Bleiform 30 x 30 x 1 cm war in 1,80 zweifelsfrei zu orten, Bronze 50 x 50 x 10 in guten 3 m. Alles frisch verbuddelt und waagerecht, d.h. in die entsprechende Aussparung meines Testganges gelegt (Hauptgang mit 3 m horizontal davon entfernt liegenden Nischen). Boden ist Lehm, also fast null Mineralisation.

Der Höhlenmodus ist schlicht Schrott, er funktioniert nur in stark mineralisiertem Gneis (also Altbergbaugebiete). Da allerdings gut, ein Stollenmundloch mit 1,50 x 2,00 m wurde noch mit einer Überdeckung von knapp 3 m erkannt. Das dürfte auch die Grenze unter Idealbedingungen sein. In schwach mineralisierten Gegenden erkennt der 808 nicht mal was, wenn es unter mir schon federt :-)) Sollten irgendwo nur wenigste Metallteile in der Erde sein, ist der Höhlenmodus auch unbrauchbar. Liegt halt an der Funktionsweise.
Fazit: Wer große Metallteile sucht und Kleineile ausblenden möchte, ist mit dem TM 808 gut beraten, wenn er schon Erfahrung im Umgang mit anderen Sonden besitzt. Der Höhlensuchmodus funktioniert nur extrem selten, man kann das Gerät hierfür nicht empfehlen.

(c) Dieter TD 1999

Im Forum schrieb Ro dazu:

Hallo Allerseits,
ich finde der Testbericht über den TM betont den Vorteil vom TM des Gerätes zu wenig.Zugegebenermaßen ist der Anfang schwer (5X4 Suchstunden sollte man schon einplanen um mit den Grundlegenden Funktionen klarzukommen), aber danach hat man ein hervorragendes Gerät für die Suche nach großen Metallteilen, ohne den üblichen Kleinmist, der mit einem Standard Piper Stunden frist, auszugraben.Vorteile bringt er, wenn man in Waldstücken nahe an Siedlungen nach Müllöchern sucht. Was die Leute nicht alles weggeworfen oder am Kriegsende verbuddelt haben. Geeignet ist der TM auch für die Suche nach Bunkern, da im Beton die Eisenverstrebungen deutlich angezeigt werden.
Das Pipen mit dem Teil ist easy-going, man läuft durch den Wald und wartet auf ein Signal. Große Metall-Teile sind nicht so häufig.
Habe mit dem Teil die leider geräumte Absturzstelle eines Flugzeuges aus dem II.WK gefunden.

Gruß Ro

 

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