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Canon Power Shot Pro 90 IS

Die Kamera (Werksfoto Canon)

Vorab: Die absoluten Stärken der Pro 90 IS liegen in der Optik und im eingebauten Bildstabilisator. Das Objektiv 7 bis 70 mm entspricht einem 37 bis 370 mm- Objektiv an einer Kleinbildkamera. In Bildern ausgedrückt sieht das so aus:

Aufnahme in Weitwinkel- Stellung

Gleicher Aufnahmestandpunkt, aber das optische Zoom voll ausgereizt.

Immer noch gleicher Aufnahmestandpunkt, aber zusätzlich 2- faches digitales Zoom

4- faches Digitalzoom und damit die Grenze des Machbaren.

Zur Beherrschung dieser langen Brennweiten wurde ein elektronischer Bildstabilisator eingebaut, der auch funktioniert - allerdings auch viel Strom mag... Er ist manuell zuschaltbar und braucht keine Anlaufzeit.

Den langen Brennweiten ist leider die Macrofunktion zum Opfer gefallen. Die minimale Aufnahmeentfernung beträgt in Weitwinkeleinstellung 10 cm, in Telestellung 100 cm. Nicht überragend, will man unter Tage auch mal Mineralien aufnehmen. In der Praxis sieht das so aus:

wieder mal ein Referenzbehältnis im Nahaufnahmemodus...

Ausschnitt in Originalgröße - nicht vergrößert! Das sollte ausreichend auch für kleinere Objekte sein.

An der automatischen Entfernungseinstellung hat Canon gespart. Es gibt nur die Möglichkeit einer automatischen (mittenbetonten) Messung und der manuellen Einstellung. Etwas schwach für eine Kamera dieser Leistungsklasse und für einen Hersteller, der in seine Viedeokameras wesentlich bessere Methoden einbaut. Absolut haklig ist die manuelle Entfernungseinstellung. Man findet keine Meterzahlen, sondern nur einen Bargraph ohne weitere Angaben und auch die beiden Kontrollanzeigen lassen keine genaue Beurteilung des Bildes zu. Die Schärfeeinstellung kann gespeichert werden - ein klarer Vorteil.

Auch bei der Belichtungsmeßmethode kann nur zwischen mittenbetont, Spot oder manuell gewählt werden. Dafür bieten Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik oder manuelle Nachführmessung genügend Spielraum für Experimente. Sinnvoll in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit, Belichtungsreihen aufzunehmen. Der Belichtungsspielraum reicht von 8 Sekunden bis 1/1000 Sekunde. Zusammen mit der möglichen Empfindlichkeitseinstellung zwischen 50 und 400 ISO (in bestimmten Modi eingeschränkt bzw. per Hand einstellbar) ergeben sich so sinnvolle Möglichkeiten der Bildgestaltung. Für den Einsatz unter Tage wäre eine B- Funktion sinnvoll gewesen, die jedoch nicht vorhanden ist. Dafür gibt es die Möglichkeit einer Nachführmessung und AE- Speicherung. Der Weißabgleich kann automatisch, halbautomatisch oder per Hand erfolgen.

Nicht befriedigend sind die Leistungen des internen Blitzes. Die Herstellerangaben sprechen von einem Blitzbereich bis 4,2 Meter. Das wäre befriedigend, wenn auch die Blitzbelichtungsmessung und -steuerung funktionieren würde. Bei mir tut sie das unter speziellen Aufnahmebedingungen nur höchst unbefriedigend - hier sind regelmäßig Korrekturen nötig. Der Anschluß externer Blitzgeräte von Canon ist möglich, wurde aber noch nicht ausprobiert.

Zur Kamera wird eine Fernbedienung geliefert. Zusammen mit den materiellen Einstellungsmöglichkeiten sollte die Möglichkeit bestehen, unter Tage die von PeMü beschriebene Technik zu benutzen. Die Testreihen hierzu sind noch nicht abgeschlossen.

Wie bei allen Kameras der jüngeren Generation können kurze Videosequenzen aufgenommen werden (AVI, 320 x 240 Pixel mit Ton, 15 B/s).

Die Daten werden auf eine CF- Karte Typ I oder II aufgezeichnet. Mitgeliefert wird eine 16 MB- Karte, was natürlich eher eine Geste denn sinnvolles Zubehör ist. Aber das ist ja bei allen Herstellern so. In der 90 IS verwende ich eine 256 MB- Karte und ein 340 MB- Microdrive. Beide funktionieren tadellos. Die Aufzeichnung kann als .jpg in drei Kompressionsstufen oder als RAW (Rohdaten) erfolgen. Strom gibts von einem Lithiumakku, der ca. 200 Bilder unter normaler Nutzung durchhält. Nachteil gegenüber anderen Modellen: Es geht bei leerem Akku nicht mehr mit den R6- Zellen von der Tankstelle....

Ein ganz großes Manko der Kamera ist (wieder mal...) das empfindliche Gehäusematerial. Wir verwenden Digitalkameras nun mal nicht nur auf Familienfeiern, sondern auch draußen. Und da sind Gehäusematerialien fehl am Platze, die jedes Staubkorn magisch anziehen und deren Oberfläche obendrein sehr leicht zerkratzt. Auf alle Fälle ist eine als Zubehör erhältliche Tasche zu empfehlen, unter widrigen Bedingungen die berühmte Plasttüte um die Kamera.

Fazit: Sieht man von der verbesserungswürdigen Entfernungseinstellung und den Gehäusematerialien sowie den Blitzeigenschaften ab, eine Kamara auf der Höhe der Zeit mit Nachteilen, aber auch Vorteilen. Auffällig die vielen Einstellungsmöglichkeiten und die Farbtreue der Aufnahmen. Ein besonderer Leckerbissen ist das Objektiv. Die Outdoorfähigkeit ist arg eingeschränkt.

(c) Dieter TD 02/2002

 

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