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Minox- Kleinstbildkameras

Was oben so unschuldig neben einem normalen Bleistift auf meinem Schreibtisch herumliegt, ist eine aufnahmebereite Minox TLX. Das Flagschiff aus dem Hause Minox.

Zuerst steht die Frage: Braucht man so etwas wirklich? Die Antwort ist jein, wie so oft im Leben.
Fakt ist, die Minox TLX ist in erster Linie ein Kultobjekt, wie die allbekannte Lomo. Fakt ist auch, das Negativformat von 8 x 11 mm läßt keine riesigen Vergrößerungen zu und ein 36- er Film ist teurer als ein normaler Kleinbildfilm mit gleich vielen Bildern. Aber die Minox hat auch Vorteile. Man kann sie ständig bei sich tragen, man kommt schnell zum Foto, sie ist ideal für Dokumentenrepro in Archiven und sie ist sehr solide verarbeitet. Das macht sie nicht von ungefähr zum beliebtesten Fotoapparat von Geheimagenten - im Film und wohl auch im normalen Leben. Diese Eigenschaften sind natürlich auch für uns interessant. Jeder kann ein Lied davon singen: Die interessantesten Motive tauchen immer dann auf, wenn man gerade keinen Fotoapparat dabei hat. Mit der TLX kann das nicht mehr passieren.

Was ist in dieses kleine Metallgehäuse alles eingebaut?
Die Minox besitzt ein exzellent verarbeitetes Objektiv mit einer Festblende von 3,5 und einer Brennweite von 15 mm. Damit ist es ein Normalobjektiv und nicht, wie manche meinen, ein Weitwinkel. Die Belichtungszeit kann man im Bereich zwischen 1/ 30 und 1/ 2000 manuell einstellen oder auf Automatik stellen. Diese deckt ganz offiziell den Bereich zwischen 10 s und 1/ 2000 s ab. Inoffiziell werden im Langzeitbereich Werte bis zu 2 min erreicht, allerdings in der Bedienungsanleitung totgeschwiegen. Noch etwas wird uns dort verschwiegen: Die TLX hat eine T- Stellung des Verschlusses. Das bedeutet, man kann den Verschluß eine beliebig lange Zeit offen halten - gerade Untertage eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft. Diese Stellung befindet sich ungefähr in der Mitte der Eingravierungen “A” und “2000” und muß ausprobiert werden. Der Verschluß wird durch Druck auf den Auslöser geöffnet und kann nur durch Zusammenschieben der Kamera wieder geschlossen werden. Keine Bange, kaputt kann dabei nichts gehen. Der große Vorteil: während der Belichtung in der T- Stellung wird kein Batteriestrom verbraucht. Im Gegenzug kann es mit modernen Filmen natürlich auch vorkommen, daß der zuviel Licht vorhanden ist. Das kann durch Vorschieben eines eingebauten 3- er Graufilters ausgeglichen werden.

Ein weiterer Vorteil der TLX ist in der Entfernungseinstellung versteckt. Damit kann zwischen 20 cm und unendlich scharf gestellt werden. Kleine Meßperlen an mitgelieferten Kette sorgen dafür, daß gerade die kurzen Werte richtig gemessen werden können. Es gibt einen Parallaxenausgleich, also auch bei geringen Aufnahmeentfernungen sieht man im Sucher grundsätzlich den richtigen Bildausschnitt, wie er später auch auf dem Bild zu finden ist.

Für die TLX gibt es ein breites Angebot an Filmen, bei dem eigentlich für jeden Anspruch und jede Aufgabe etwas dabei sein dürfte. Die Palette reicht von Dokumentenfilm bis zum Diafilm. Dumm nur, das diese Filme in Deutschland nicht in jedem Fotofachgeschäft zu erhalten sind. Die Ursache liegt ganz einfach in geringer Nachfrage. Wer größere Aktionen vor hat ist gut beraten, sich vorher im Versandhandel mit der entsprechenden Menge einzudecken.

Auch das Systemzubehör selbst ist reichlich und reicht von der speziellen Filmentwicklungsdose über den Diaprojektor bis hin zu Adaptern für das Fernglas. Wichtig für uns: Es gibt ein Stativ für Reproduktionen, das sich auf Formate von A6 bis A4 fest einstellen läßt. Es wird dann einfach auf die zu reproduzierende Vorlage gestellt. Einfacher geht es nicht.

So viel Spaß hat natürlich seinen Preis: Für die TLX sind um die 1800 DM fällig, ein 36- er Farbnegativfilm kostet um 11 DM.

 

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