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SkyTraq100+

Kleine Maus mit großer Leistung

 

Entnervt von ständigen Empfangsausfällen des Garmin etrex legend hatte ich mich im Internet umgeschaut, was es noch so gibt - und was mir bezahlbar erschien. Die Anforderungen waren klar. Ich brauchte irgendwie ein Gerät, das eine exakte Postionsbestimmung auch bei widrigen Umständen erlaubte. In meinem Fall also auch im bewaldeten Gebiet und in engen Tälern. Das sind diejenigen Stellen, an denen der etrex legend versagt. Dummerweise aber auch die, wo die meisten Objekte der Begierde liegen. Daneben sollte es natürlich mit meinem iPAQ 6510 zusammenarbeiten. Der hat von Haus aus einen integrierten GPS-Empfänger, der aber auch nicht sonderlich empfindlich ist. Schließlich handelt es sich beim HP ja um kein Navigationsgerät, sonder eher um eine tragbare Telefonzelle :-) Und natürlich sollten auch die dort benutzten Programme mit der Maus arbeiten können.

Also umgeschaut und in der Bucht fündig geworden. Für etwas mehr als 40 Euro wurde ein Gerät angepriesen, daß bei stromsparendem Betrieb wahre Wunder bei den Empfangsleistungen verbringen sollte. Gut, bei dem Preis ist nicht viel falsch zu machen. Also bestellt. Ich habe mich dabei bewußt gegen den Sirf Star 3- Chipsatz entschieden.

Was ankam, war eine kleine Schachtel mit folgendem Inhalt:

- der Empfänger
- ein Akku
- ein Netzladegerät
- eine CD
- ein Ladekabel fürs Auto (12V)
- eine Antirutschmatte
- so etwas wie eine Art von Bedienungsanleitung :-)

Die Maus selbst ist klein und eher schmucklos. Neben einem Schalter auf der Oberseite und einem Mäusekino aus 4 LED an der Stirnseite gibt es keinerlei Bedien- oder Anzeigeelemente. Beim genaueren Betrachten die erste Überraschung: So einfach wie die Maus aufgebaut scheint, so durchdacht ist sie auch. Es gibt keine vorstehenden Teile, die zufällig bedient oder abgerissen werden könnten. Der erwähnte Schalter ist gegen versehentliche Bedienung versenkt. Alle Kanten sind abgerundet - auch wenn man das Gerät in die Tasche steckt, wird es nirgends hängenbleiben. Auf der Unterseite finden sich drei Antirutsch-Füßchen. Die scheinbar auch dauerhaft halten. Der Hersteller möge mich prügeln, aber ich habe versucht, eines davon abzubekommen. Es hat den Versuchen dauerhaft standgehalten.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich einfach und beschränkt sich auf das Einlegen und Laden des Akkus sowie das Drücken des einzigen Knopfes. Die deutsche Bedienungsanleitung verrät allerdings einige Hinweise zum erstmaligen Laden nicht. Die finden sich im englischsprachigen Benutzerhandbuch auf der CD und sollten ernst genommen werden. Sie bestimmen die Lebensdauer des Akkus mit.

Die Verbindungsaufnahme mit dem BT-Gerät (in meinem Fall ein iPAQ hw6510) gestaltet sich jetzt unkompliziert, die Maus wird sofort erkannt und ist auch mit den gängigen Programmen nutzbar. Bei mir funktioniert es mit dem OZI-Explorer CE, Route 66, GPS-Tuner und Tracky Pro. Eine unrühmliche Ausnahme macht TomTom in der Version 7. Er erkennt die Maus nicht, Einstellungen sind nicht möglich. Er beharrt auf der Nutzung des internen GPS. Tracky benötigt einige Tricks und Kniffe zur Initialisierung. Wenn man die erkannt hat, ist eine Nutzung aber vollständig möglich. Die genannte Softwareauswahl deckt alle Anwendungsfälle ab - vom Navi fürs Auto über das einfache Abspeichern von Routen oder Wegepunkten bis hin zu Geländeerkundungen mit unterlegten Luftbildern. Auch die mobile Nutzung von Google-Maps ist möglich.

Die Empfangsleistungen sind beim heutigen Stand der Technik überdurchschnittlich. Das Chip gestattet die Auswertung von 54 Signalen gleichzeitig, die Empfindlichkeit liegt nach Herstellerangabe bei 159 dbm (Tracking). Auch die erreichbaren Zeiten sind Spitze. Kaltstart mit 30 Sekunden. Das Gerät unterstützt den A-GPS-Modus. Diese Werte werden auch in der Praxis erreicht. Die Maus ist empfindlich und genau. Zum Nachweis bin ich mal eben kurz hinters Haus gegangen.

3 Meter hinter mir befindet sich eine 7-m-Steilwand (senkrecht), über den Geräten eine Terasse. Freie Himmelssicht gibt es nicht.

Immerhin empfing die Maus unter diesen widrigen Umständen noch 4 Satelliten. Das hat sich im Gelände ebenfalls bestätigt.

Der Akku versorgt die Maus zwischen 15 und 17 Stunden mit Spannung. Das reicht also für einen Tag intensiver Geländebegehung. Zwecks Einsparung hat das Gerät einen Erschütterungssensor. Wird es nicht bewegt, geht es nach 5 Minuten auf standby. Auch bei fehlender BT-Verbindung erfolgt Abschaltung. Praktisch nachteilig ist das nicht, ein heißer Start ist in 1 Sekunde erledigt.

Wo Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten.

Gewöhnungsbedürftig ist das schon erwähnte Mäusekino. Blinkt eine grüne LED, ist die Akkuspannung niedrig...

Die mitgelieferte deutsche Bedienungsanleitung ist nur eine Geste, aber keine Hilfe. Wer der englischen Sprache mächtig ist, findet auf der CD allerdings ein vernünftiges Handbuch.

Fazit: Eine für das Anforderungsprofil lohnenswerte Anschaffung.

Ein Problem allerdings soll nicht verschwiegen werden: Der PDA macht das akkumäßig nur eine sehr eingeschränkte Zeit mit. Man kann diese Zeit durch Abschaltung der Beleuchtung verlängern. Endlos geht das allerdings auch nicht. Ich nutze ein Kfz-Ladekabel an einem kleinen Blei-Gel-Akku, der im Rucksack verstaut wird. Das ist anarchisch, hat sich aber bewährt :-)

(c) Dieter TD 02/2008

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