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Atemgerät Dräger PA54 1800

Ab und an braucht man sie, meistens in sehr unangenhemen Situationen: Autarke Atemgeräte. Sei es zur Rettung Verunglückter aus vergifteten Umgebungen oder zur Begehung von Anlagen, in denen das Gaswarngerät Alarm schlägt.

Um keine falschen Vorstellungen aufkommen zu lassen: das werden immer mehr Anlagen. Es handelt sich dabei nicht nur um alte Anlagen wie einige U- Verlagerungen im bekannten thüringischen Schiefer, sondern auch solche Anlagen wie die 5001 sind betroffen. Durch Sanierungsmaßnahmen wird die Zwangsbewetterung außer Kraft gesetzt (so es sie überhaupt gegeben hat), aber auch Arbeiten an den Zugangs- und eigentlichen Verbindungsstollen sowie ausgasende Enrichtungsgegenstände und Bunkerbauteile führen zum Versagen der natürlichen Bewetterung, zur Bildung giftiger Gasgemische oder auch "nur" zur Verdrängung von Sauerstoff. Jedem, der ernsthaft Befahrungen durchführt, muß deshalb die Anschaffung eines Gerätes zur Prüfung der Atemluft angeraten werden. Und wenn das Feuerzeug schon ausgeht, sollte man dann doch auf eine Befahrung ohne solche Hilfsmittel verzichten.

Gilt es, die Anlage (aus welchen Gründen auch immer) zu befahren, braucht man autonome Atemgeräte. Logischerweise auch zur Hilfe bei Unglücksfällen in solchen Anlagen, denn es ist keinem geholfen, wenn anschließend mehr Personen geborgen werden müssen als zum eigentlichen Unfallzeitpunkt. Das in einem solchen Fall keine amateurmäßigen Geräte zum Einsatz kommen können, ist wohl jedem klar. Hier geht es schließlich um Menschenleben. Wir nutzen ein Dräger PA54 1800.

Das Gerät ist äußerst robust und funktioniert so auch unter den Bedingungen unter Tage perfekt. Es wird nicht umsonst auch bei Feuerwehren verwendet. Die Größe stellt einen Kompromiß zwischen ausreichend Luftleistung und eben noch tragbar unter Tage dar. Sicher, man kann auch größere Geräte nutzen. Doch mit diesen muß man sich abseilen, durch enge Passagen oder Sprengstellen quetschen. Das ist spätestens dann nicht mehr lustig, wenn man selbst das Gerät auf dem Rücken hat. Das Atemgerät Dräger PA54 1800 liefert Luft für ca. 30 Minuten, das muß reichen! Die Kontrolle der verbleibenden Zeit ist mit Rechnerei über das Manometer möglich. Die Flaschen werden, wie beim Tauchen auch, mit 300 bar befüllt und enthalten normale Atemluft, also keinen reinen Sauerstoff. Wir lassen die Flaschen über die örtliche Feuerwehr befüllen. Natürlich klappt das nur, wenn auf den Flaschen auch noch ein gültiger TÜV- Eintrag zu erkennen ist. Speziell darauf sollte man beim Kauf gebrauchter Geräte achten. Ein neuer TÜV schlägt mit ca 30 € zu Buche, die Befüllung je nach Region und Anbieter mit ca. 5 €.

Die Anwendung des Gerätes erfordert - wie bei jedem anderen Rettungsmittel auch - ÜBUNG!! Wer glaubt, nach einmaligem kurzen Probieren könne er mal eben kurz jemanden aus einer Anlage holen, wird wohl schnell eines besseren belehrt. Er gefährdet sich und andere. Ein vierteljährliches Training in Verbindung mit dem Üben von Seiltechniken unter Anleitung sind zwingend erforderlich.

Die Geräte sind nicht zum Tauchen geeignet. In äußersten Notfällen kann man eine kurze Strecke bis 5 m Wassertiefe überwinden - mit der entsprechenden Erfahrung.

Bilder und Text (c) by Team Delta, Dieter/ Annett 2002

 

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