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Laserentfernungsmesser Bushnell Yardage Pro 500

Laserentfernungsmesser werden mit zunehmendem Preisverfall auch im Hobbybereich und bei semiprofessionellen Anwendungen immer beliebter. Zu unterscheiden sind solche Laserentfernungsmesser, die in Baubetrieben zum Aufmaß verwendet werden und solche, die für Messungen langer Distanzen geeignet sind.

Das hier vorgestellte Modell Yardage Pro 500 von Bushnell ist ein Entfernungsmesser für Entfernungen zwischen 20 und 999 Metern, also der letzteren Gruppe zuzuordnen. Wir benutzen das Gerät für Messungen langer Distanzen sowohl unter als auch über der Erde.

Klein, handlich und zuverlässig - das Bushnell Yardage Pro 500 neben einem 7110 von Nokia

Bleibt die Frage, ob das Modell wirklich das hält, was der Hersteller verspricht und ob ein solches Präzisionsinstrument auch den Anforderungen outdoor und untertage gerecht wird.

Messbereiche:
Der Hersteller gibt den Messbereich mit 20 bis 999 Metern an. Erst beim Durchlesen der (recht knapp gehaltenen) Bedienungsanleitung wird klar, dass das so nicht stimmt. Die meisten Objekte lassen sich bis zu einer Entfernung von 500 Meter sicher messen. Helles Umgebungslicht oder schlechtes Reflexionsvermögen des Zieles wirken negativ. In der Praxis sieht es so aus, dass auch eine weiße Hauswand im gleißenden Sonnenlicht noch auf ca. 650 m Entfernung sicher gemessen wird.
Werden Reflektoren verwendet, erhöht sich die Reichweite auf 999 Meter. Der Hinweis, diese spezielle Einstellung nur dann zu verwenden, wenn tatsächlich Reflektoren angepeilt werden, ist etwas knapp gehalten. Anvisieren von normalen Zielen in dieser Einstellung führt zu derben Messfehlern.

Problemmessungen:
Die meisten Laserentfernungsmesser reagieren allergisch auf Regen und Schneefall sowie dünne Ziele im Vordergrund, wie z.B. dünne Zweige. Die Betriebsmodi funktionieren, erhöhen aber die Mindestentfernung des Zieles auf 65 bis 165 Meter.

Genauigkeit:
Die Messgenauigkeit ist von der Zielqualität abhängig und liegt bei 1 Meter bzw. 3 Meter. Welcher Genauigkeitsbereich zutrifft, wird im Okular angezeigt. Die Angabe trifft auch wirklich zu, wie unsere Vergleichsmessungen gezeigt haben. Es wurden unregelmäßig geformte Stollenenden in 140 Meter Entfernung unter Tage angemessen, der Messfehler blieb in jedem Fall unter einem Meter - auch wenn das Gerät einen Fehler von 3 Meter anzeigte. Über Tage war das Ziel ein Beton- Lichtmast unter unterschiedlichen Licht- und Witterungsbedingungen - auch hier das gleiche Ergebnis. Anvisieren ist dank Zielkreuz und 6- fach vergrößernder Optik kein Problem - ruhige Hand oder Stativ vorausgesetzt. Unterirdisch muß natürlich ein Halogenstrahler zur Zielbeleuchtung zum Einsatz kommen, denn der Laserstrahl ist nicht sichtbar.

Anzeige:
Betriebsart, Messergebnis und andere Informationen werden durch eine ins Okular einbaute LCD- Anzeige dargestellt. Die Anzeige ist übersichtlich und selbsterklärend, leider aber nicht beleuchtbar. Ein riesiges Manko untertage, denn ein Ablesen ist nur möglich, wenn irgendwas vor dem Objektiv beleuchtet ist und damit manchmal sehr mühselig.

Outdoortauglichkeit:
Man hat sich bei Bushnell große Mühe gegeben, das Gerät tauglich für Einsätze unter widrigen Bedingungen zu machen. Viel trägt dazu die mitgelieferte Neoprenhülle bei, die während des Betriebes angelegt bleiben kann. Allerdings zieht die Oberfläche feinen Staub und Schmutz geradezu an. Das gilt leider auch für das eigentliche Gehäuse. Ein Reinigungstuch ist Pflichtausrüstung. An die Knöpfe kommt man auch durch die Hülle, leider aber nicht ans Stativgewinde. Eine Bedienung mit Handschuhen ist möglich. Das eigentliche Gehäuse macht einen sehr soliden Eindruck.
Laserentfernungsmesser sind natürlich optische Präzisionsinstrumente, die starke Schläge, Stöße oder sonstige rüde Behandlung nicht verkraften. Das Ende der Präzision ist auch schnell erreicht, wenn die Optik zerkratzt. Ohne Basteleien ist das Gerät für Objekte wie z.B. "Quarz" nicht geeignet.

Wohlverpackt - Der Pro 500 einsatzbereit mit Schutzhülle. Die Markierungen weisen auf die darunter liegenden Bedienelemente hin.

Blick auf die Frontseite. Leider zieht auch das Gehäuse Schmutz magisch an...

Anwendungsmöglichkeiten:
bestehen natürlich in allen Arten von Kartierungen über größere Entfernungen unter und über der Erde. Die Zeitersparnis ist enorm und man kommt auch an Stellen, die man mit Maßband nicht erreicht. Dazu kommen Kreuzpeilungen aller Art (geeignete Objekte im richtigen Winkel vorausgesetzt). Und natürlich alle sonstigen Anwendungen, wo auf exakte Entfernungsmessungen über große Entfernungen zurückgegriffen werden muß (Jagd, Sportschießen, Sicherheitsdienste etc.)

Nachtrag aus 06/ 2003:

Der Entfernungsmesser war weg. In Koralle hatte ich ihn noch zur Kontrolle von Geoelektrikmessungen. Das war am 08.06.03. Er war auch nicht wieder aufzufinden. Die üblichen Beschuldigungen (Frau weggeräumt, Kinder mitgenommen...) Angefunden hat er sich wieder am 29.06.03. Im Motorraum meines Jeeps. Ich hatte ihn in Koralle auf die Ventilabdeckung gelegt und dann ganz einfach die Motorhaube zu gemacht. Fahrtstrecke zwischendurch: genau 1836 km, meist Langstrecke und meist bei tropischen Temperaturen. Schäden: Neoprenhülle verformt, minimale Verformungen am Gehäuse selbst, Gummiarmierung teilweise abgestoßen, Trageriemen defekt (lag auf der Krümmerabdeckung), Batterie runter (Motorhaube drückte auf Schalter).

Bange Minuten nach dem Einlegen einer neuen Batterie: Wird das Gerät überhaupt noch etwas von sich geben??

Oh ja, es gab noch etwas von sich. Alles im grünen Bereich, wie immer auf den Meter genau! Das zeugt auf jeden Fall von Verarbeitungsqualität!

© Dieter/ Annett 2002 - 06/2003

 

 

 

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