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PMR- Funktechnik

Nichts ist schlimmer als eine durch den Wald ziehende Horde von Menschen, deren Verständigung vorrangig aus lauten Rufen der Art "Eeeehhhh, kommt mal hier rüber!!" besteht. Auch beim Wasserwandern oder im Hochgebirge ist dergleichen nicht gern gesehen. Bis zur Freigabe des LPD- und PMR- Bandes wurden legal vorrangig CB- Funkgeräte für die Verständigung genutzt. Bedingt durch die benutzte Frequenz um 27 MHz waren effektive Antennen sehr lang und Sendeleistungen von mehreren Watt bedingten große Batterien. Heraus kamen solche Gebilde:

Wer nimmt so was heute freiwillig mit nach Outdoor??

Abhilfe kam mit Freigabe des LPD- und des PMR- Bandes zur lizenzfreien Nutzung durch jedermann. Die Geräte können fast überall in Europa (Ausnahme: Osteuropa!!) betrieben werden . LPD- Geräte arbeiten auf 69 Kanälen im Bereich 433 MHz bei Sendeleistungen von 10 mW. Damit ergeben sich Reichweiten zwischen 100 und 300 Metern - zu gering für ernsthafte Anwendung in der freien Natur. Für uns interessanter sind die PMR- Geräte. Hier stehen 8 Kanäle um 446 MHz zur Verfügung, auf denen mit 500 mW gearbeitet werden kann. Das ergibt Reichweiten zwischen 2 und 5 km, was für unsere Zwecke meistens ausreichend sein dürfte.

Allen PMR- Geräten ist gemeinsam. das nur 8 Kanäle zur Verfügung stehen. Das ist nicht sonderlich viel und bedingt eine gehörige Portion gegenseitige Rücksichtnahme. Moderne PMR- Geräte nutzen sogenannte Subcodes - meist gibt es 38 davon. Nur wenn Sende- und Empfangsgerät auf den gleichen Subcode eingestellt sind, wird das empfangene Signal auch auf den Lautsprecher gelegt. Alles andere wird ausgeblendet - ist aber trotzdem auf dem Kanal vorhanden. So kann es sehr leicht passieren, das man sich gegenseitig stört - obwohl man sich nicht hört. Verbindung bekommt dann keiner mehr...
Allen Geräten ist auch gemeinsam, daß die Reichweite vor allem durch zwei Dinge beeinflußt wird: vom Batteriezustand und vom Geländeprofil/ Bewuchs/ Bebauung. Bei Nutzung von Akkus wird auf Grund der geringeren Spannung eine geringere Sendeleistung erzielt, was auch eine verminderte Reichweite zur Folge hat. Außer im Grenzbereich spielt das für uns keine Rolle. Weitaus größeren Einfluß hat die Geländeform und die Bebauung. Dichter Bewuchs, Gebäude etc. vermindern die Reichweite erheblich.

Die Frequenzen:

Kanal 1 = 446,00625
Kanal 2 = 446,01875
Kanal 3 = 446,03125
Kanal 4 = 446,04375
Kanal 5 = 446,05625
Kanal 6 = 446,06875
Kanal 7 = 446,08125
Kanal 8 = 446,09375

Bitte beachten: Alle benutzten Kanäle liegen im 70- cm- Amatuerfunkband.

Wir benutzen Geräte vom Typ Motorola T 5522. Sie gehören dem oberen Preissegment an, sind das Geld aber auch wert. So viel vorab.

Das T 5522 bietet alle 8 Kanäle im PMR- Bereich mit jeweils 38 Subcodes. 10 Ruftöne stehen zur Auswahl. Betrieben werden die Geräte mit einem im Gerät ladbaren Akkupack oder mit 3 Mignon- Batterien. Das erleichtert die Benutzung außerhalb der Zivilisation, denn AA- Batterien sind fast überall zu haben. Mit den Maßen 6,5 x 16,5 x 3 cm paßt es in jede Tasche. Das Gerät ist outdoortauglich, weil spritzwassergeschützt und solide verarbeitet. Es verkraftet auch mal einen Stoß oder Schlag. Freisprechfunktion (nur in Verbindung mit externem Mikro!!), Tastatursperre, Scan, Rauschsperre und Batteriewarnanzeige vervollständigen die Ausstattung. Die Verständigung ist klar und deutlich, die Modulation gut. Durch die ergonomische Form liegt das Gerät gut in der Hand, dank Gummibeschichtung und großer Sprechtaste kann man auch mit Handschuhen das Gerät sicher halten und bedienen. Zum T 5522 ist einiges an Sonderzubehör erhältlich. Das Angebot reicht von Headsets (wichtig für die Vox- Funktion - damit auch als Babyphon brauchbar - die Ansprechschwelle ist dreistufig regelbar) über wasserdichte Taschen (Wasserwandern und Dauerregen lassen grüßen) bis hin zu zusätzlichen Akkupacks und Ladegeräten. Besonders interessant: Es gibt Bausätze, mit denen man Schaltbefehle über das T 5522 übermitteln und Überwachen kann.

Wo Licht ist, ist auch Schatten.
Das Gehäuse weist jede Menge Vertiefungen auf, die den Dreck outdoor geradezu magisch anziehen. Nicht in einer solchen Vertiefung liegen allerdings etliche Bedienelemente. Man muß die Tastatur sperren, bevor man das Gerät in eine Tasche steckt, sonst erlebt man die tollsten Überraschungen. Nur mit Verständigung ist es nichts mehr...

Fazit:

Brauchbare Geräte für die Verständigung nicht nur outdoor.

 

(c) Team Delta 2/2003

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