Zum Shop Zum Fotoalbum von TD Zum Wiki fürs Unterirdische

 

Höhlen und Bergbau bei Bad Grund

Der Iberg und die Umgebung von Bad Grund sind ein Eldorado für den Höhlen- und Bergbauinteressierten. Allein im Iberg sind über 50 Einzelobjekte nachgewiesen, von der kleinen Schürfstelle bis zur heute touristisch genutzten Iberger Tropfsteinhöhle. Der Winterberg wurde im Tagebau auf sehr reinen Kalk (98 bis 99% CaCO3) fast vollständig abgebaut. Darüber hinaus war das Erzbergwerk Grund die bedeutendste Grube des Oberharzer Gangerzbergbaus. In der Betriebszeit der Grube wurden schätzungsweise 19 Millionen Tonnen silberhaltige Blei- Zink- Erze gefördert.

Mannigfaltige Gründe also, diese bergbaulich und geologisch interessante Gegend hier vorzustellen.

Bad Grund

Bad Grund um 1860 in einer historischen Darstellung von Wilhelm Ripe.

Die alte Bergstadt Bad Grund liegt am Westrand des Harzes im Städtedreieck Seesen - Clausthal- Zellerfeld - Osterode. Heute ist sie über die Harzhochstraße (B242) bequem zu erreichen.
Die erste urkundliche Erwähnung fällt in die Zeit zwischen 1317 bis 1322. Damit ist Bad Grund mit Sicherheit eine der ersten festen Siedlungen im Harz gewesen. 1465 errichtete der Eisenhüttenbesitzer Hans Streit am Fuße des Iberges eine Kapelle. Zu dieser Zeit ging also bereits Bergbau in Bad Grund um. Es folgten Zeiten des Auf und Ab der Siedlung, die eng mit dem Bergbau um den Ort, kriegerischen Ereignissen und nicht zuletzt der Pest und politischen Ereignissen verbunden waren. Eine der Blütezeiten erlebte Bad Grund zwischen 1520 und 1543 - aber bereits 1549 wird beispielsweise nichts mehr vom Edelmetallbau um Bad Grund erwähnt. Das setzte sich bis zur endgültigen Einstellung des Bergbaus 1992 fort.
Eine Detailbeschreibung veröffentlichen wir, wenn wir uns eingehender mit dem Montanbergbau um Bad Grund befassen.

Der Iberg

Nördlich der Ortslage Bad Grund und unmittelbar an der Harzhochstraße B 242 erhebt sich der Iberg - mit 562,6 m Höhe dominiert er das Bild der Umgebung. Geologisch betrachtet finden wir hier Schichten des unteren Oberdevons, die sich gegen das umgebende Kulm (Grauwacke/ Tonschiefer) abheben. An einigen Stellen finden sich im Devon noch eingeklemmte Kulm- Schichten. Diese Störungszonen sind auch Ziel des mittelalterlichen Bergbaus am Iberg. Das Liegende wird durch Dorper Kalk gebildet.

Im Iberg finden sich zahlreiche Höhlen. Eine Unterscheidung zwischen natürlich entstandenen Höhlen und solchen Hohlräumen, die durch bergbauliche Aktivitäten entstanden, ist oftmals nicht möglich. In vielen Fällen wurden im Mittelalter Klüfte und Spalten auf der Suche nach Erz (Brauneisen, Schwerspat) erweitert, wurden Schürfe angelegt. Bis heute sind im und um den Iberg über 50 Einzelobjekte bekannt. Darunter die bekannte Iberger Tropfsteinhöhle, aber auch kleine Schürfe von geringem Ausmaß. Einige dieser Objekte wollen wir Ihnen auf den Unterseiten in lockerer Folge vorstellen.

Die Erforschung der Iberger Hohlräume geht bis auf das Jahr 1583 zurück - hier wird die Iberger Tropfsteinhöhle erstmals erwähnt. Seit 1930 folgten größere höhlenkundliche Untersuchungen durch BIESE (Höhle nach ihm benannt), STOLBERG, SCHÄFER und andere. Nach Unterbrechung durch den Krieg befaßten sich unter anderem LAUB, KNOKE, RODE, GROß, SCHEIBLICH und REINBOTH mit dem Gebiet. Ihnen verdanken wir die heutigen Erkenntnisse zum Iberg.

Die in den Unterbeiträgen genannten Registernummern entsprechen denen, die in allen anderen Veröffentlichungen anlehnend an REINBOTH genannt werden.

Der Eingang der Tropfsteinhöhle am Iberg heute

Warnhinweis:

Die beschriebenen Objekte sind kein Ziel für einen Familienausflug oder zum "am Sonntag mal kurz ohne Ausrüstung anschauen". In den Höhlen im Iberg gibt es teilweise Schächte und Klüfte bis zu 100 Meter Tiefe, die sich unvermittelt vor dem Besucher auftun.

Diese Warnhinweise stehen nicht umsonst am Wegesrand...

Weiterführende Literatur wird in den Beiträgen genannt.

Wir bedanken und bei Dr. Rüdiger Schmidt für sachdienliche Hinweise und die Bereitstellung von Unterlagen.

Wie üblich verzichten wir auf die konkreten Angaben zur Lage der Objekte.

(c) Dieter TD/ Annett 11/2002

Index mit Frames