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Der Bergbaulehrpfad im Kohlhautal

Hier erfolgt die Vorstellung eines bislang in Deutschland fast unbekannten Bergbaulehrpfades. Unbekannt, obwohl er nur wenige Kilometer hinter dem deutsch-tschechischen Grenzübergang Seifhennersdorf-Varnsdorf liegt.

Mit diesem Artikel wollen wir das ändern.

Anfahrt und Hinweise

Der Lehrpfad liegt im Lausitzer Gebirge (Luzicke Hory), also in Nordböhmen (CZ). Die beste Anfahrtsmöglichkeit besteht über die E9. In der Ortschaft Buschdörfel oder auch Innozizendorf (Lesne) kann geparkt werden. Nach dem Wirtshaus Stary Stocek gehen wir bei Koordinate N50.86549 E14.58810 (33 U 471013 5634948) ostwärts über die Brücke und folgen dem Pfad hangaufwärts, bis wir auf einen Weg stoßen. Wir folgen diesem Weg nordwärts (also links) bis zu einer Wegespinne. Dort geht es für uns hinab ins Kohlhau-Tal (Udoli Milirka). Bei Koordinate N50.86673 E14.59117 (33 U 471230 5635085) steht die Übersichtstafel des Lehrpfades. Auf 4,5 km Länge erfahren wir an sieben ausgewählten Standorten mit Übersichtstafeln in tschechischer Sprache näheres zur Region und zum Bergbau. Die wesentlichen Informationen dieser Tafeln sind hier in deutscher Sprache wiedergegeben und mit den Ergebnissen eigener Nachforschungen ergänzt.

Alle Koordinaten werden in dieser Publikation im Format LAT/LON WGS 84 dargestellt. In Klammern die Koordinaten in UTM – WGS 84. Bitte beachten Sie, daß diese Angaben nicht kompatibel zu den Koordinaten auf CZ-Radwanderkarten sind! Die Koordinaten beziehen sich im Zweifelsfall auf den Standort der Infotafeln und nicht der Objekte.

Die Ortsnamen werden hier in der deutschen Bezeichnung wiedergegeben, die tschechischen Namen finden sich dahinter in Klammern. Das ist keine Mißachtung und auch kein Revisionismus, es ist einfach nur zweckmäßig. Die deutschen Namen lassen bessere Rückschlüsse auf Verwendungen in der Vergangenheit zu. Bitte bedenken Sie auch, das Namen auf tschechischen Karten teilweise falsch eingetragen sein können.

Zeitdauer der Tour: 3 bis 5 Stunden zu Fuß, je nach Kondition und Verweildauer an den einzelnen Stationen. Man kann die Tour auch mit dem Rad angehen, wird aber etliche Streckenabschnitte finden, an denen man trotzdem zu Fuß gehen muß...

Gefahren: Gibt es keine, wenn Sie einige Grundregeln beachten:

 

Mit diesem Zeichen sind alle neueren CZ-Lehrpfade gekennzeichnet - auch der hier beschriebene. 


Kartenmaterial und GPS

Topo-Karte: Luzicke Hory, Soubor touristicky map, ISBN 80-73240-07-6; erhöltlich an den Tankstellen der Region. 

Für portable Garmin-GPS-Geräte nutzen Sie bitte den Kartensatz CZ Topo 50 turisticka mapa.

Im Downlodbereich von outdoorwelten.com finden Sie die Wegepunktdateien für Garmin-GPS-Geräte (mapsource-Format) und den ozi-Explorer. Hier kann man auch den Flyer kostenfrei herunterladen, um ihn auszudrucken und so die Infos bei der Begehung nutzen zu können.

Komplettmaterial für den Oziexplorer (einschl. Kartenbasis) finden Sie im Shopbereich von outdoorwelten.com. Dort können Sie auch den Flyer sowie ein Handbuch als gedrucktes Werk gegen Unkostenerstattung bestellen.

Topographie, Geographie, Geologie

An der Übersichtstafel stehen wir fast am unteren Talende des Kohlhau-Tales, ca. 1 km südlich der Ortschaft Niedergrund (Dolni Podluzi). Der Name stammt aus dem Mittelalter und erinnert daran, daß hier in Meilern Holzkohle zum Betrieb der ehemals reichlich vorhandenen Glashütten gewonnen wurde.

Der kleine Bach ostwärts ist die Kohlhau (Milirka). Sie hat dem Tal den tschechischen Namen gegeben.

Der Höhenzug, den wir auf dem Weg aus Buschdörfel (Lesne) kommend überwunden haben , wird Ziegenrücken (Kozi Hrbet)genannt. Er geht weiter südlich in den Teufelsplan (Certova Plan) über, um dann in das Massiv der Finkenkoppe (Penkavci vrch) zu münden. Die Ostseite des Tales wird von einem Höhenzug namens Hörndl (Rohal) begrenzt, der über zwei Zwischengipfel im Südosten in den Weberberg (Weberberk) übergeht.

Der Bergbaubetrieb im Kohlhautal und in dessen Umgebung ist an die sogenannte Lausitzer Störung (Luzicka Porucha) gebunden. Hier treffen das Lausitzer Granitmassiv im Norden und die Sandsteinablagerungen des Böhmischen Beckens im Süden zusammen und sorgten so für einen (eher bescheidenen) Mineralienbestand. Die Lausitzer Störung verläuft quer durch den Lehrpfad und wird an Station 6 eingehend erläutert, deshalb wird an dieser Stelle darauf verzichtet.

Bergbau im Kohlhau-Tal

Die geschichtlichen Wurzeln des Bergbaus im Kohlhau-Tal liegen im Dunkel. Es gibt nur wenige Dokumente, so daß wir auf Mutmaßungen bezüglich der Zeitstellung angewiesen sind – zumal bislang auch keine entsprechenden Darstellungen aus den Stollen selbst bekannt sind. Erste Hinweise gibt eine Urkunde aus dem Jahr 1474, die das Goldwaschen in der Herrschaft Tollenstein (Tolstejn) genehmigt. Allgemein wird jedoch angenommen, daß der Bergbau erst in den Jahren ab ca. 1530 unter der Herrschaft derer von Schleinitz aufgefahren wurde. Auch über geförderte Erze kann nur spekuliert werden. Wahrscheinlich wollte man Eisen-, Blei- und Kupfererze abbauen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß in etwa zur gleichen Zeit im benachbarten Waltersdorf Bergbau auf Silber in sieben Stollen betrieben wurde – ebenfalls mit sehr mäßigem Erfolg. Schon in einem Schriftstück aus dem Jahr 1800 wird jedenfalls der Bergbau im Kohlhau-Tal nur als Rest von ca. 200 bis 300 Jahre alten Schächten beschrieben. 

Im gesamten Lausitzer Gebirge gab es eine florierende Glasindustrie, zu der auch Glashütten gehörten. Es gab viele davon in der Gegend. Ein Verdachtsstandort liegt nordöstlich der Übersichtstafel zwischen Weg und Kohlhau (Milirka).

Station 1: Stollen am Fürstenbrunn

Koordinaten: N50.86508 E14.59250 (33 U 471013 5634948)

Von der Übersichtstafel aus gehen wir bergauf in südliche Richtung und erreichen nach kurzer Zeit die Station Nr. 1. Schon vom Weg aus ist das mit einem Gitter verschlossene Stollenmundloch zu erkennen. Auf der Tafel ist der Stollen als Stollen am Fürstenbrunn (u Knicezi Studanky) bezeichnet. Der ursprüngliche Name wurde nicht überliefert, im 18. Jhd. wurde der Stollen noch als Antonstollen bezeichnet. Die Tafel gibt Auskunft darüber, daß der Stollen eine Länge von 208 m aufweist. Verlauf und Querschnitte sind auf der Infotafel rechts oben verzeichnet. Über den Sinn des Stollens ist in Fachkreisen kontrovers diskutiert worden. Die Meinungen schwanken zwischen Abbaustrecken schmaler Erzgänge und Entwässerung höher liegender Stollen. Eine endgültige Klärung steht noch aus.

 

 

Seinen heutigen Namen erhielt der Stollen von der in unmittelbarer Nähe befindlichen Quelle Am Fürstenbrunn. Sie wurde neu mit Basaltsteinen umfaßt.

 

 
Quelle Am Fürstenbrunn .

             Bei der Aufwältigung des Stollens im Jahre 1994 wurden 13 m vom Mundloch entfernt menschliche Gebeine gefunden. Sie gehören wahrscheinlich dem Innozenzidorfer Bürger Johann Anton Breite, der hier um 1890 bestattet wurde. Die mittlere Zeichnung auf der linken Seite zeigt die Auffindesituation, in der unteren sind einige gebräuchliche Werkzeuge dargestellt.

Station 2: Stollen Milirka

Koordinaten: N50.86199 E14.60178 (33 U 471974 5634554)

Station 2 erreichen wir, indem wir dem Talweg weiter bergauf nach Süden folgen. Die Hinweistafel steht links des Weges, bis zum Stollenmundloch sind es noch rund 100 m durch wegloses Gebiet über den Bach Kohlhau (Milirka).

 Stollen Milirka.

Der ursprüngliche Name des Stollens ist nicht erhalten, eben so wenig die Funktion. Stollen Milirka liegt direkt in der Kontaktzone zwischen Granit und Grünschiefer, es handelt sich also um mineralienhöffiges Gebiet. Trotzdem sind auch hier keine direkten größeren Abbaue im Stollen erkennbar. Nach 192 m ist der Stollen verbrochen. Allgemein wird angenommen, daß der Stollen der Entwässerung der Grube Berghaus (Station 3) dienen sollte. Auf der Stollensohle steht heute Wasser, das über ein Stahlrohr in die Kohlhau geführt wird. Der Stollen Milirka ist Überwinterungsort für einige Fledermausarten. Genannt werden Großes Mausohr, Wasserfledermaus, Große Bartfledermaus, Braunes Langohr, Graues Langohr, Kleine Bartfledermaus und die Kleine Hufeisennase. Das Bild auf der Tafel rechts unten zeigt ein Braunes Langohr.

Station 3: Grube Berghaus

Koordinaten: N50.86207 E14.60633 (33 U 472295 5634561)

Von Station 2 aus geht es weiter bergaufwärts. Wir folgen dem Hauptweg und gelangen an einen Abzweig. Hier befinden wir uns schon bei den ersten Ausläufern der Grube Berghaus. Um einen Überblick zu erhalten, sollte man sich allerdings zuerst die etwas oberhalb am Weg befindliche Übersichtstafel betrachten. Bevor wir die Tafel erreichen, lohnt sich ein Blick auf die links und rechts des Weges stehenden Sektionssteine und deren Inschriften. Es handelt sich um die letzten erhaltenen Exemplare der Region.

 

Die Zeichnung auf der Übersichtstafel gibt einen sehr genauen Überblick über die Vielzahl der vorhandenen Reste von Halden, Stollen, Schächten und Nebeneinrichtungen wieder. Auf eine genaue Beschreibung verzichten wir an dieser Stelle. Versuchen Sie selbst, die eingezeichneten Objekte in der Natur zu entdecken. Bald werden Sie feststellen, daß es auch nicht beschriebene Stollen gibt. (Fast) alle Stollen und Schächte sind verbrochen und können nicht mehr betreten werden.

 

Haldenbereich 

 

Alter Stollen am Berghaus 

Das Abbaugebiet der Grube Berghaus ist sehr weitläufig. Einige Stollen finden sich ostwärts des Abzweiges, den wir bereits passiert haben. Die Kohlhau (Milirka) hat sich im Laufe der Jahrhunderte sehr tief in die Haldenbereiche eingeschnitten. Deshalb lassen sich im Bachbett Funde machen, die die Zusammensetzung des Haldenmaterials erkennen lassen. Es lohnt aus dieser Sicht nicht, Löcher in die Halde zu graben – was natürlich auch verboten ist. Bei genauer Betrachtung wird man feststellen, daß das Haldenmaterial sehr viel Quarz enthält. Das hat einige Autoren zu der Vermutung geführt, hier sei Quarz für den Betrieb der Glashütten abgebaut worden. Ein Nachweis der Richtigkeit dieser Thesen konnte bislang nicht erbracht werden. Es gibt auch keine Mineralienfunde aus dem Haldenmaterial, die belegen würden, was hier abgebaut wurde.

Die Grube Berghaus bildet zusammen mit dem Abbaugebiet Bergwerksloch (Station 4) die Kernzone der mittelalterlichen Bergbaubemühungen im betrachteten Gebiet.

Station 4: Grube Bergwerksloch

Koordinaten: N50.86162 E14.60916 (33 U 472493 5634510)

Um zu Station 4 zu gelangen, folgen wir dem Weg von der Grube Berghaus aus weiter hangaufwärts, Die Hinweistafel steht direkt rechts am Wegrand bei den angegebenen Koordinaten. Bevor wir sie erreichen, finden sich rechts des Weges bei N50.86179 E14.60820 ( 33 U 472426 5634529) die Reste eines alten Stollens.

 

 

Das Bergwerksloch ist eigentlich ein Tagebau, der in einem Nebental einem Quarzgang folgt. Es wird vermutet, daß dieser obertägige Abbau älter ist als die Abbaue in der Grube Berghaus. Belegbar ist das aber nicht. Am nördlichen Ende der Grube sind in den Hängen Anzeichen von Stollen zu erkennen. Auch hier wurde also versucht, durch Untertageabbau an die begehrten Mineralien zu gelangen. Welche Mineralien abgebaut wurden, ist heute nicht mehr bekannt, Mineralienfunde sind nicht bekannt.

 

Stollen am Bergwerksloch 

Station 5: Steinbruch auf dem Teufelsplan

Koordinaten: N50.85771 E14.60012 (33 U 471855 5634078)

 

Hochebene am Teufelsplan 

Um zu Station 5 zu gelangen, steht uns ein schweißtreibender Fußmarsch bevor. Von Station 4 aus geht es immer bergauf, bis wir die Einmündung eines Hauptweges erreichen. Versuchen Sie bitte nicht, nach den Angaben Ihres GPS-Gerätes die Abkürzung zu nehmen. Das dauert länger als die Wegbenutzung und Sie müssen sich in weglosem Gelände einen Weg durch Gestrüpp und über Hänge bahnen. An der Einmündung in den Hauptweg halten wir uns rechts, nach mehreren hundert Metern zweigt ein Pfad hangabwärts ab, der mit dem Lehrpfadsymbol gekennzeichnet ist. Diesen benutzen wir. Bei den angegebenen Koordinaten stehen wir an der Hinweistafel zu Station 5 und damit oberhalb eines Sandsteinbruchs. Womit gleichzeitig gesagt ist, daß wir uns jenseits der Lausitzer Störung befinden. Auf dem Hochplateau des Teufelsplans (Certova Plan)stehen wir auf Sandstein und nicht mehr auf vulkanischen Gesteinen. Sandstein ist ein Sedimentgestein, es entstand durch Ablagerungen auf dem Meeresboden. Bei diesen geologischen Vorgängen wurden auch Tiere in die abgelagerten Schichten eingebettet. Deshalb finden sich in Sedimentgesteinen öfters Fossilien, Versteinerungen von Tieren und Pflanzen aus der Zeit der Entstehung der Schichten. Im Steinbruch auf dem Teufelsplan wurden Reste von Seeigeln und Schwämmen gefunden.

 

 

Gebäudereste im Bruch 

Sandstein wurde wegen der Festigkeit und relativ guten Möglichkeit zur Bearbeitung vielfach als Baumaterial eingesetzt. Darüber hinaus wurden aus Sandstein Mühlsteine hergestellt.

 

Im Bruch 

Unmittelbar unterhalb der Übersichtstafel befindet sich der größte Abbau. Auf rund 350 Länge wurde hier zu nicht näher bestimmbarer Zeit Sandstein gewonnen. Bei näherem Hinsehen kann man die Reste von Gebäuden (Schmiede, Wirtschaftsgebäude) und ein in den Sandstein gemeißeltes Wasserbecken finden. Beachtung verdient auch die an vielen Stellen des Bruches gut sichtbare Schichtung des Sandsteins.

Etwas tiefer am Hang liegend kann man noch einen kleineren Bruch besichtigen.

Station 6: Lausitzer Störung

Koordinaten: N50.85929 E14.59786 (33 U 471696 5634255)

Sie wurde schon mehrfach erwähnt und sie ist die Grundlage jeglichen Bergbaus im Gebiet: Die Lausitzer Störung. Es handelt sich um eine geologische Zone, in der vulkanische Ergußgesteine im Norden und Sedimentgesteine im Süden aufeinandertreffen. An der Kontaktzone hat sich ein bescheidener Mineralienbestand ausgebildet, der abgebaut wurde.

Um zur Infotafel zu gelangen, folgen wir dem gekennzeichneten Pfad hangabwärts, bis der Hauptpfad nach Westen (also links) abzweigt. Geradeaus geht es auf einen Hügel, der in etwa die Grenze zwischen den beiden Gesteinsarten bildet. Auf der Tafel ist in zwei Zeichnungen der allgemeine und regionale Verlauf der Lausitzer Störung grafisch dargestellt. Die Markierungen südlich des Standortes kennzeichnen Erhebungen vulkanischen Gesteins, die sich durch den Sandstein einen Weg an die Oberfläche gebahnt haben. Nicht gekennzeichnet ist die südliche Grenze des Vordringen des Eises während der letzten Eiszeit. Sie liegt nördlich der Lausitzer Störung auf deutschem Gebiet.

 

Der Lehrpfad folgt nicht dem Hauptweg, sondern verläuft geradeaus über den Hügel nach Norden, vor dem die Tafel 6 steht.

 Blick auf den Tollenstein während des Abstieges

 

Station 7: Schacht auf dem Ziegenrücken

Koordinaten: N50.86424 E14.59140 (33 U 471245 5634807)

Talabwärts folgen wir dem gekennzeichneten Pfad zur Station 7, der letzten auf dem Lehrpfad. Auf dem Weg bieten sich teilweise gute Ausblicke auf den westlich gelegenen Tollenstein (Tollstejn) und den Tannenberg (Jedlova).

 

 

Der Schacht liegt unmittelbar östlich am Weg und an der Infotafel. Er wurde im Jahr 1999 freigelegt und reicht bis in 10 m Tiefe. Heute ist er wassergefüllt. Der eigentliche Verlauf ist nur der Zeichnung zu entnehmen. Ein Blick lohnt auch auf die Übersichtszeichnung. Es wird deutlich, daß wir uns oberhalb und etwa auf gleicher Höhe mit der Station 1 befinden. Eine Theorie war ja, daß der Stollen am Fürstenbrunn der Entwässerung der höher liegenden Abbaue an Station 7 dienen könnte, an der wir jetzt stehen. Für den freigelegten Schacht scheint das nicht zu gelten, scheinbar gibt es keine Verbindung zu anderen Stollenbauten und Schächten. Das ist nicht zu verallgemeinern, denn knapp 40 Meter nördlich von Station 7 finden wir am Berg weitere Anzeichen von Schächten.

 

 

Blick unters Gitter. 

Zeitstellung der Schachtbauten und geförderte Mineralien sind nicht bekannt, sie dürften aber (wie die anderen Bauten auch) in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zu datieren sein.

Nach dem Erkunden der Umgebung von Station 7 gehen wir weiter talwärts und gelangen zu der Wegekreuzung auf dem Ziegenrücken, die wir vom Beginn unserer Tour kennen. Wir wenden uns nach links und gehen wieder talabwärts in Richtung der Brücke über das Goldflössel und damit zu unserem Fahrzeug. In der Ortslage Innozizendorf (Lesne) bietet sich noch die Gelegenheit, die verbrauchten Kalorien wieder zu ergänzen. Einige Wirtshäuser befinden sich in liebevoll restaurierten alten Gebäuden, in denen sich unschwer die Atmosphäre vergangener Zeiten einfangen läßt.

Schlußbemerkungen

Allen Besuchern, die an Natur und Geologie interessiert sind, sei der Bergbaulehrpfad im Kohlhautal wärmstens empfohlen. Seine Existenz ist in Deutschland nahezu unbekannt, was sich mit dieser Veröffentlichung hoffentlich ändern wird. Auf 4,5 km Gesamtstrecke wird der Wanderer mit den Grundlagen mittelalterlichen Bergbaus bekannt gemacht. Dank der exakten Zeichnungen auf den Infotafeln können die einzelnen Objekte in der Natur gut zugeordnet werden. Man lernt, wie die alten Bauten heute aussehen und welche Spüren mittelalterlicher Bergbau hinterläßt.

Auch wenn zu den Ursprüngen des Bergbaus im Kohlhautal fast nichts bekannt ist, insbesondere nicht über die geförderten Erze und Mineralien, lohnt sich ein Besuch aus den genannten Gründen allemal.

Wer nach den 4,5 km über Stock und Stein mehr vom Bergbau in der Region erfahren möchte und sich einmal selbst gefahrlos unter Tage begeben möchte, kann noch das Schaubergwerk in St. Georgental (Jiretín pod Jedlovou) besichtigen. Am Fuße des Kreuzberges (Krížová hora) wurde Bergbau auf Silber und Kupfer betrieben.

© outdoorwelten.com und Team Delta 2006

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