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Artilleriewerk SOETRICH (A11)

Das Artilleriewerk liegt nördlich der Stadt Thionville. Es umfaßt zwei Eingangsbunker, sechs Kampfbunker, vier davon für Artillerie. Die Besatzung betrug 605 Mann (davon 20 Offiziere) des 168. RIF und des 151. RAP.

Die französische Armee nahm das Werk 1938 in Betrieb, welches u.a. mit 7.5 cm, 8.1 cm und 13.5 cm Granatwerfern in Geschützdrehtürmen bewaffnet war. Die französische Armee gab das Werk 1960 auf, danach plünderten Schrotträuber die Anlage und entfernten u.a. die kupferne Oberleitung der elektrischen Festungsbahn, welche in ca. 30 m Teufe u.a. für den Munitionstransport zu den Kampfwerken zuständig war.

Im Haupthohlgang befindet sich eine 12 t schwere Panzertür (Höhe 3 m, Dicke 30 cm), die das Werksinnere gegen den Eingang mit dem untertägigen Munitionslager schützt. Diese Tür besaß einen speziellen Mechanismus, um sie im Falle einer Explosion oder eines Brandes schnell schließen zu können.

Interessant ist auch der Maschinensaal mit den Resten von vier SCGM-Motoren von je 150 PS und den an die Maschinen angekoppelten Generatoren.

Nachstehend einige Impressionen aus diesem Festungswerk:

Munitionseingang, Schacht im Inneren. Eine Scharte für Zwillings-MG und 4,7 cm PAK, sowie zwei GFM-Kuppeln. 1997 ließ die französische Armee vor diesem Eingangsbauwerk eine auch auf dem Bild sichtbare Anschüttung aufbringen, um illegale Befahrungen zu unterbinden.

Bunker 4. Ein 13,5 cm Turm (Granatwerfer), eine GFM-Kuppel.

Bunker 5. Ein 7,5 cm Turm (Granatwerfer), eine GFM-Kuppel.

Mannschaftseingang, Schacht im Inneren. Eine Scharte für Zwillings-MG und 4,7 cm PAK, sowie eine GFM-Kuppel.

Ein Treppenhaus.

Blick in eine Kaverne des Maschinensaals mit einem 150 PS SCGM-Motor. Das Artilleriewerk Soetrich besaß vier derartige Motoren zur autonomen Stromversorgung.

Blick auf den Generator, der an den Motor angekoppelt ist.

Pressluftbehälter zum Anlassen der Dieselmotoren.

Eine Umformereinheit.

Ein Streckenkreuz, das kleine Foto zeigt den Blick in einen Bahnhofsbereich im Haupthohlgang.

Interessante Wandbemalungen in der unterirdischen Kaserne.

Diese Wandmalerei in der Kaserne zeigt ein baskisches Orchester.

Beim Munitionslager M1 existiert als Wandmalerei sogar ein Altar.

Filtersysteme im obertägigen Bunker des Munitionseinganges.

Aufstieg in eine der beiden GFM-Kuppeln auf dem Bunker des Munitionseinganges.

Eine Scharte in der GFM-Kuppel.

Blick aus der Scharte der GFM-Kuppel. Früher hatte man einen freien Blick über das Gelände, heute ist hier alles dicht mit Wald bestanden.

Ohne Worte...

Panzertür eines Nebenganges, der zu einem Kampfbunker führt.

Munitionslager unterhalb des Kampfbunkers 5. Man beachte an der Firste der Kaverne die Schienen der Laufkatze, mit der die Munitionskassetten transportiert wurden. Auf dem kleinen Bild ist zum besseren Größenvergleich eine separat gestellte Kassette für Granatwerfermunition zu sehen.

Der obere Teil eines Aufzuges im Treppenhaus zum Kampfbunker.

Die Aufzugsmaschine befindet sich in einem separaten Nebenraum unten im Treppenhaus.

Der untere Teil des Drehturmes eines 7,5 cm Granatwerfers. Hier befindet sich die schwere Hebelmechanik zum Ausfahren des Turmes.

Detail der mächtigen Hebelmechanik. Links hängt an diesem Hebel in einem kleinen Schacht ein schweres Gegengewicht, um die Last des Drehturmes zu kompensieren.

In der Etage oberhalb dieses Raumes befindet sich das eigentliche Geschütz.

Hier befindet man sich eine Etage über dem Raum mit der eben beschriebenen Mechanik zum Ausfahren des Drehturmes. Hier ist Vorsicht geboten, da der Holzfußboden mittlerweile sehr morsch ist. Ein falscher Tritt und man fällt etliche Meter in die Tiefe.

Fast alle Komponenten der Bedienmechnik des Geschützes sind noch vorhanden.

Über eine Stahlleiter (siehe die Person auf vorhergehenden Bild) und diese Luke gelangt man zum eigentlichen Granatwerfer unter der sehr engen Panzerkuppel.

In der Kuppel sind zwei 7,5 cm Granatwerfer installiert. Die Verschlüsse sind entfernt, das Geschütz ist damit nicht mehr feuerbereit.

Über einen seitlichen kleinen Schacht neben dem Geschütz gelangt man nach oben in den Zwischenraum zwischen Drehturm und einbetoniertem Vorpanzer.

Links ist ein Stück des eigentlichen Drehturmes zu erkennen, rechts der ringförmige, massive Vorpanzer. Oberhalb des Kamerastandortes befindet sich die Panzerkuppel.

FAZIT: Das Artilleriewerk SOETRICH (A11) ist ein sehr schönes Werk mit gut erhaltenen Geschützen. Obwohl es etliche Interessenten gab, wurde leider dieses Werk vom Militär keinem Verein zur Erhaltung überantwortet.

© PeMü (Text und alle Fotos) 03/2004

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