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Das Geräusch im Jonastal

Teil 2 - Die Meßergebnisse im Schallbereich

Wer den ersten Teil des Berichtes zum Geräusch noch nicht gelesen hat, sollte das vor dem Studium dieses Teiles tun.

Wie in Teil 1 dargestellt, bestand die Aufgabe zuerst einmal darin herauszufinden, ob es im akustischen Bereich irgendwelche Anomalien gibt. Eine Aufnahme mit Körperschalltechnik durch PeMü u.a. am 02.01.2004 hatte ja zu keinem Ergebnis geführt. Da war nichts, obwohl ein Geräusch zu hören war. Statt dessen waren Gleichfelder und schwache Infraschallsignale festgestellt worden. Für eine Aufnahme von Signalen oberhalb 20 kHz war die Meßtechnik nicht geeignet.

Meßplatz bei allen nachfolgend beschriebenen Messungen ist, soweit nicht anderes erwähnt wird, an der Waldkante des "Parkplatzes" südlich der Jonastalstraße gegenüber der Stollen 6 bis 12.

Erste Empfangsversuche wurden am 21.03.2004 durchgeführt. Benutzt wurde das bereits genannte SD-1800 sowie ein Laptop zur Auswertung. Die Konfiguration war alles andere als optimal, denn der Eingangspegel war sehr niedrig, was zu Brummeinstreuungen führte. Daneben störten die Geräusche des Laptops erheblich.

Am 03.08.2004 gegen 22:10 Uhr wurden die Messungen wiederholt. Zum Einsatz kam das gleiche Mikro, dieses Mal aber mit einem Nachfolgeverstärker ohne geschaltete Filterelemente. Das Ergebnis war so enttäuschend normal, das hier nur kurz ein Bild der Auswertung eingestellt werden soll:

Wie man sieht, war da nichts. Auf die Einstellung des dazugehörigen Files haben wir verzichtet. Entweder war das Signal für die verwendete Meßtechnik zu schwach oder es war wirklich nichts da.

Alle nachfolgenden Auswertungen, egal ob elektrische oder akustische Messungen, basieren auf dem gleichen Prinzip: Die Diagramme zeigen eine Frequenzachse und eine Zeitachse. Die Signale (wenn denn welche vorhanden waren) erscheinen in der Auswertung in unterschiedlichen Farben, die den relativen Pegel darstellen. Für die Auswertung wurden die Programme Spectrogram und Speclab benutzt. Speclab ist Freeware und kann deshalb auch für eure eigenen Auswertungen benutzt werden. Programmseitige Filter bzw. Mischer wurden nicht geschaltet. Speclab bekommt man unter http://www.qsl.net/dl4yhf/.

Eigentlich nur der Vollständigkeit halber wurden daraufhin die Ultraschallmeßreihen gestartet (03.08.04, 22:20 Uhr). Zur allgemeinen Verblüffung bot sich in der nachfolgenden Auswertung folgendes Bild:

Hier bekommt man das WaveFile zum Selbstauswerten (10 MB).

Zum allgemeinen Verständnis: Wegen des verwendeten Umsetzers ist die untere Grenzfrequenz 20 kHz. Das ist zur Anzeige dazu zu addieren. Wir sehen periodische, sehr breitbandige, aber auch sehr kurze Impulse mit einer Zeitbasis von 1820 ms +/- 10 ms. Diese Impulse sind eindeutig technischen Ursprungs. Dafür spricht die Zeitkonstanz über den gesamten Aufzeichnungszeitraum. Es fehlt ein Dopplereffekt, die Schallquelle hat sich nicht bewegt. Gegen eine bewußte technische Erzeugung (Raumüberwachungsanlagen, Maulwurfvertreibungsgeräte u.ä.) spricht die Breitbandigkeit der Impulse (alle diese Geräte arbeiten auf definierten Frequenzen) sowie die unterschiedliche Signalform der Einzelimpulse. Die signalarmen Stellen rechts und links der Umpulse sind nicht aus dem Regelverhalten der Aufzeichnungstechnik heraus zu erklären!

Hoch aufgelöst stellt sich so ein Impuls wie folgt dar:

Wir sehen, dieser konkrete Impuls besteht aus zwei einzelnen Impulsen. Deutlich wird auch: Der Rauschteppich links und rechts besteht aus vielen Einzelimpulsen in schneller Wiederholung.

Zu klären war nun, ob es sich um Störungen aus der Meßanordnung heraus handelt und ob dieses Signal permanent vorhanden ist. Dazu wurde am 04.08.2004 gegen 10:20 Uhr eine Messung in gleicher Anordnung durchgeführt:

Zur Selbstauswertung: Das File bekommt man hier (6 MB).

Die Frequenzmarken stammen aus dem Umsetzer. Wer im File der Nachtmessungen den Pegel in der Auswertung hochzieht, sieht sie in Ansätzen auch. Einzelimpulse sind schwach, d.h. knapp über der Aufzeichnungsgrenze, feststellbar.

Es galt jetzt, das Signal wiederzufinden und noch einmal aufzunehmen. Vom 17. zum 18.09.2004 erfolgte eine Rundreise um das Tal, über die in Teil 3 dieser Verröffentlichung zu berichten sein wird. An allen aufgesuchten 14 Plätzen wurde kein auffälliges Ultraschallsignal festgestellt. Mit einer Ausnahme: Am 18.09.2004 gegen 12:10 Uhr fand sich ein Signal bei den Steinkreuzen auf der Ebanotte wieder:

Das File kann man sich hier runterladen (13 MB). Die untere Grenzfrequenz beträgt im ersten Teil 30 kHz, im letzten Teil 15 kHz.

Fazit:

Eine künstliche Schallquelle erzeugt zu einer noch nicht näher bestimmbaren Zeit an verschiedenen Orten ein Ultraschallsignal. Das Signal differiert in der Zeitbasis der Impulse, Fehler in der Meßtechnik sind auszuschließen. Außer um das Tal wurden solche Effekte nirgends aufgenommen. Ein gleichzeitiges Auftreten an verschiedenen Orten rund um das Tal ist nicht ausgeschlossen, konnte aber nicht geprüft werden. Das Signal ist technischen Ursprungs, aber es wird scheinbar nicht bewußt erzeugt, sondern es entsteht quasi nebenbei. Als Quelle kommen diverse technische Geräte in Frage. In erster Linie Motoren und Lüfter, aber auch bestimmte Entwässerungspumpen. Obertägig sind solche im Umkreis der Meßstellen nicht vorhanden. Die hörbaren Schallereignisse würden sich damit aus der Tatsache erklären lassen, daß durch Brechung und Überlagerung an den Felsformationen um das Tal und in den Stollen ein hörbares, wenn auch sehr schwaches Signal generiert wird. Das klingt dann wie die von PeMü beschriebenen Geräusche. Und es erklärt auch, wieso mit dem Stethoskop nichts zu hören war.

Fragen:

Die künstliche Erzeugung eines solchen Signales ist an Energieversorgung gebunden. Da heißt, es müßte sich im Bereich der elektromagnetischen Spektren ein elektromagnetisches Signal bei 50 Hz (Netzfrequenz) nachweisen lassen. Dazu mehr im Teil 3 unseres Berichtes.

(c) by Dieter TD, PeMü, Annett TD und Forschungsgruppe SIII; 10/2004

 

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