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Munitionsfunde

 

Jeder, der schon länger mit Sonden arbeitet, kennt die Situation: Ein mörderischer Beep, schnell nachgegraben... Und was dann zu Vorschein kam konnte alles mögliche sein, sah aber irgendwie nach Munition aus. Was tun?? Die wenigsten Sondengänger wissen (leider) um die Gefährlichkeit derartiger Hinterlassenschaft. So habe ich schon erfahrene und als besonnen bekannte Sondengänger mit Flakgeschossen “spielen” sehen. Auf den folgenden Seiten stellen wir deshalb Waffen und Munition in dem Zustand vor, wie wir sie heute auffinden.

Generell sollte folgendes gelten:

Findet ihr einen seltsamen Gegenstand, bei dem es sich möglicherweise um gefährliche Hinterlassenschaft aus WK 1 oder 2 handeln könnte, die Arbeiten sofort einstellen und die Polizei rufen. Den Gegenstand keinesfalls weiter freilegen. Manche explodieren erst, nachdem sie tausend Male gewendet und beklopft wurden. Pech für den 1001. Die Fundstelle markieren und ggf. absichern. Wer schon einmal in einem Laubwald eine verrottete Handgranate wieder gesucht hat, weiß solche Markierung zu schätzen. Sich vom Fundort entfernen. Natürlich kostet das Zeit und eventuell auch Nerven. Unsere Ordnungshüter sind nicht die schnellsten (was selten Schuld des einzelnen Beamten ist), und das Loch da im Boden ist ja auch noch zu erklären. Die Alternative kann nicht sein, die Hinterlassenschaft an Ort und Stelle zu belassen und das Loch einfach wieder zu schließen und zu tarnen, oder gar einfach obenauf liegenzulassen, damit sie spielende Kinder finden.

Zwei Dinge halten wir für besonders frevelhaft:

Es gibt eine zunehmende Anzahl von Zeitgenossen, die vermeintlich weniger gefährliche Dinge im nächsten Gewässer versenken. Denkt bitte daran, daß gerade Kinder im ufernahen Bereich baden und tauchen. Was, wenn sie die als vermeintlich ungefährlich geltende Schützenmunition finden, mit nach Hause nehmen und mit einem Hammer bearbeiten?? Vom Umweltschutzgedanken einmal ganz abgesehen.

Eine weitere, um sich greifende Unsitte ist, die fraglichen Gegenstände einfach einzupacken und im nächsten Polizeirevier mit der Bemerkung: "Isch das gefährlich??" auf den Tisch zu stellen. Jeder Diensthabende ist begeistert, wenn er in dieser Art eine russische Springmine präsentiert bekommt.

Bedenkt bitte auch rechtliche Fragen. Schon der Besitz einer einzigen scharfen Gewehrpatrone ist strafbar und kann neben erheblichem Ärger vor Gericht zu Hausbesuchen der Polizei führen. Auch sonst sind Schrankwände wohl nicht der richtige Aufbewahrungsort für Waffen und Munition, egal in welchem Erhaltungszustand.

Es gibt auch ganz kluge Leute. Die unten abgebildete Werfergranate wurde durch einen Sondengänger ausgebuddelt und kurzerhand auf einen Baumstubben in der Nähe eines Bauernhofes gelegt, auf dem sich regelmäßig viele Kinder aufhalten. Unmittelbar neben einem Wanderweg. Jemand machte den Vorschlag, denjenigen zu ermitteln und ihm das Ding in den Vorgarten zu legen...

 

Ich danke Thomas S. für die Bereitstellung des Bildes

Noch ein schlechtes Beispiel. Thomas schrieb dazu:
Anbei ein Foto einer Amerikanischen 10,5 cm Granate (Blindgänger).
Aufgenommen in der Südeifel. Granate war mit Falllaub bedeckt und an dem Baum deponiert. Mal wieder ein Beispiel von "nach mir die Sinnflut".
Granate ist am gleichen Tag noch vom KRD geräumt worden.

 

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