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Stabbrandbomben

 

Sie werden besonders von Sondengängern immer wieder gefunden: Stabbrandbomben. Entsprechend oft kommen Fragen nach deren Gefährlichkeit und was man damit denn tun soll.
Hier deshalb eine kurze Zusammenfassung.

Wie sieht so was aus??

Stabbrandbomben sind 50 bis 60 cm lange, sechseckige Metallgebilde von ca. 4,5 cm Durchmesser. An einem Ende befindet sich ein Stahlkopf, der Rest der Außenhülle besteht aus Elektron sowie eventuell Weißblech (kann fehlen oder verloren gegangen sein).

Wie wurden Stabbrandbomben angewendet?

Stabbrandbomben wurden im Rahmen der alliierten Luftangriffe gegen Deutschland reichlich abgeworfen. Dies geschah aus sogenannten Kleinbombenbehältern oder aus Bündelpackungen. Beiden gemeinsam ist, das keine Einzelbomben abgeworfen werden konnten. 20 Stück war die minimale Menge zu Beginn des Krieges, später 30. Das heißt für den Sucher, wo eine in der Erde steckt, kann es auch noch mehr geben.

Beim Abwurf entsicherten sich die Bomben gegenseitig und drehten sich so, dass der Stahlkopf nach unten zeigte und zuerst aufschlug. Der Zünder trat durch den Aufschlag in Aktion. Über eine Anfeuerungsladung wurde eine Thermitladung im Innern des Elektronmantels entzündet. Über diese Ladung verbrannte schließlich der Elektronmantel. Durch die Hitze und herumspritzende Teile des Brandkuchens wurden brennbare Gegenstände in der Umgebung entzündet. Nach 8 Minuten war der Spuk vorbei und die Bombe ausgebrannt.

Die Probleme heute

Aus der obigen Schilderung könnte man nun schlußfolgern, das Blindgänger vn Stabbrandbomben keine große Gefahr mehr darstellen, wenn sie heute gefunden werden.

Das ist nicht so. Weil:

Für die ganz Schlauen die meinen, dann müsse man ja nur den im Kopf befindlichen Zünder nebst Anfeuerungssatz entfernen und alles ist gut: LASST DIE FINGER DAVON!! Bei manchen ist er auch am Heck und dann gab es auch britische und amerikanische Stabbrandbomben mit einem Sprengsatz. Und der ist wo? Richtig - im Kopf. Nebst der dazugehörigen Sprengkapsel.

Daneben gibt es auch noch Modelle mit einem Knallsatz, der den Brandkuchen in der Gegend zu verteilen hatte. Auch der reicht aus, Bombenteile so weit zu beschleunigen, das sie Türen und Körper durchschlagen.

Der Typ ist für Laien nicht zu erkennen.

Deshalb:

Blindgänger von Stabbrandbomben sind so zu behandeln wie jeder andere Sprengkörper auch. Nicht weiter freilegen, Fundstelle sichern und Behörden verständigen. Keinesfalls transportieren! Stabbrandbomben gehören - ebensowenig wie andere Munition und Sprengstoffe - natürlich NICHT in den heimischen Hobbykeller oder die Schrankwand!!

Die folgenden Bilder und Dokumente wurden vom Mannheimer Verein Pro Denkmal e.V. zur Verfügung gestellt

 

Einige Exemplare, abgeworfen 1943 - 44 über der Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik (Schildkröt) in Mannheim-Neckarau

 

Ein zeitgenössischer Zeitungsausschnitt - allerdings aus einer Zeit, in der noch nichts über Spreng- und Knallsätze in den Bomben bekannt war. Die Abbildung zeigt schematisch eines der ersten Baumuster britischer 1,7 kg- Stabbrandbomben (INC 4 LB Mk 1)

 

Werbeflugblatt des Reichsluftschutzbundes (verkleinert)

 

 

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