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Die Anlage Säuferhöhen

Der Komplex Säuferhöhen / Säuferwasser befindet sich auf der südlichen und östlichen Seite des Berges Säuferhöhen, Höhe 715 m. Er besteht aus 3 Stollen. Die Eingänge liegen auf verschiedenen Höhenniveaus an der nicht asphaltierten Straße Wüstegiersdorf - Dörnhau.

Die Stollen Nr. 1 und Nr. 2 sind ungefähr 170 m voneinander entfernt und mit einem System von Gängen und Hallen verbunden. Das Mundloch von Stollen Nr. 3 befindet sich einige hundert Meter in westlicher Richtung. Dieser Stollen verläuft in Richtung der beiden anderen, er liegt aber ungefähr 50 m unter deren Höhenniveau. Er besitzt nach jetzigen Kenntnisstand keine Verbindung zu der bekannten Sohle der Anlage Säuferhöhen, deren Zugang durch die beiden anderen Stollen ermöglicht wird. Stollen Nr. 3 steht zusätzlich relativ hoch unter Wasser, was eine Befahrung erschwert.

Der Höhenunterschied zwischen den Stollen Nr. 1 und Nr. 2 beträgt ungefähr 15 m. Die Querschläge wurden aus bergmännischen Gründen in 2 Ebenen aufgefahren, um auf diese Weise hohe Hallen zu realisieren. Das aus der oberen Ebene ausgebrochene Haufwerk gelangte in diesem frühen Auffahrungszustand über kurze Schächte mit einem Durchmesser von ca. 1,5 m auf die untere Ebene, wo es über Loren abgezogen wurde.

Aus einer der geplanten Hallen, die zu dem Stollen Nr. 1 gehört, führt ein Schacht an die Erdoberfläche. Dieser Schacht ist ca. 50 m tief ist und besitzt einen Durchmesser von 6 m. Der unscheinbare Bereich Uskok (zu deutsch: Sprung), welcher wohl den interessanteste Teil des unterirdischen Komplexes darstellt, befindet sich im Stollen Nr. 2 ungefähr 20 m hinter den sogenannten Eingangsverteidigungen. Die Eingangsverteidigungen mit 2 zusätzlichen kleinen, betonierten Hallen liegen wiederum ca. 45 m vom eigentlichen Stollenmundloch entfernt. Diese verhältnismäßig kleinen Hallen waren für Wartungsarbeiten vorgesehen und wurden jeweils in allen Stollengängen gebaut. In den verschiedenen Stollen kann man die unterschiedlichen Bauphasen dieser Räume studieren, die sich pro Stollen jeweils gegenüber befinden.

Im bereits erwähnten Bereich des "Uskok" liegt das Niveau des weiter im Berg befindlichen Kammersystems merkwürdigerweise ca. 15 m über der Sohle des Stollen Nr. 2. Über eine schräge Ebene aus Gesteinschutt, die vermutlich durch die Sprengung oder den natürlichen Einsturz der Firste entstand, gelangt man auf einer einfachen und rutschigen Holzstiege nach oben.

Nach dem Krieg will man hier angeblich zahlreiche Stücke von Zündschnüren gefunden haben, was die Theorie einer beabsichtigten Sprengung stützen könnte. Eine derartige Sprengung zu Tarnungszwecken könnte ein Hinweis darauf sein, das in diesem Bereich der Stollen Nr. 2 den darüberliegenden und heute von den Touristen benutzten Stollen unterfährt. Gegenwärtig gibt es jedoch keine Möglichkeit, diesen vermutlich weiterführenden Stollen Nr. 2 aufzuwältigen, da man aus finanziellen Gründen das Touristengeschäft nicht beeinträchtigen will. Der polnische Autor Garba zitiert sogar einen Zeitzeugen, der behauptet, er habe an diesem heute verschütteten Bereich Betontreppen gesehen, sei hinuntergegangen und dadurch zu weiteren, bereits fertig ausgebauten Riesenhallen gelangt. Rechtsseitig der Treppen habe es angeblich sogar eine verschlossene Stahltür mit vielen roten und grünen Tastern gegeben. Auch andere Besucher, die die Anlage in den letzten Jahren besuchten, fragten nach, warum man denn nicht die großen Hallen besichtigen könne…

Der Zustand beider Eingangsverteidigungen, welche beinahe gänzlich fertiggestellt worden sind, bestätigt die Annahme, daß der Bau des Bereiches Uskok eine sehr wichtige Rolle gespielt haben könnte. Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass einige Forscher diese Eingangsverteidigungen, die jeweils eine Scharte für ein Maschinengewehr besaßen, nicht dafür geeignet halten, einen Feindzugriff auf die Stollen zu unterbinden.

Einige Teile der Übertageanlagen des Komplexes sind ebenfalls sehr interessant und befinden sich teilweise in einer recht fortgeschrittenen Bauphase. Die Säuferhöhen sind das am meisten ausgebaute System aller bekannten Riese-Komplexe, die sich im Eulengebirge befinden.

Zwei der erwähnten obertägigen Objekte dieses Komplexes, das "Casino" und das "Kraftwerk", sind Bauten deren geplanten Verwendungszweck man bis zum heutigen Tage nicht herausgefunden hat. Das "Casino" ist ein verbunkertes Stahlbetongebäude mit ca. 700 qm Grundfläche, auf einer Seite erstaunlicherweise in Ziegelbauweise ausgeführt und im Dachbereich sehr gründlich getarnt. Der Zweck dieses Bauwerkes bliebt im Dunklen...

Ebenso unverständlich ist das Objekt "Kraftwerk". Es befindet sich ungefähr 150 m vom "Casino" entfernt. Beim "Kraftwerk" handelt es sich um eine monolithisch gegossene Betonplatte mit einer Seitenlänge von ungefähr 30 m und einer Mächtigkeit von ca. 8 m. Diese Betonplatte ist ausgestattet mit vielen komplizierten Gängen, Kanälen, kleinen Schächten und einbetonierten Tonrohren. Bis jetzt konnte nicht geklärt werden, ob es eventuell auch einen unterirdischen und bis heute unzugänglichen Teil des Objektes gibt. Das Kraftwerk befindet sich auf dem Höhenniveau des Schachtes oberhalb der Stollen. Eine Verbindung mit einem unterirdischen Teil des Komplexes Säuferhöhen kann nicht ausgeschlossen werden, auch wenn es in den bekannten Stollen dafür keine Hinweise gibt.

Die vielen ungelösten Rätsel führen dazu, das etliche private Forscher der unterschiedlichsten Nationalitäten hier Arbeiten durchführen, um ihre Hypothesen zu überprüfen. Die Gesamtlänge der untersuchten und bis heute bekannten unterirdischen Gänge des Komplexes Säuferhöhen beträgt ungefähr 1700 m.

Am 05. März 1996 ist ein Teil der Anlage Säuferhöhen nach entsprechenden Sicherungsmaßnahmen Touristen zugänglich gemacht worden.

Nun einige fotografische Impressionen der Anlage Säuferhöhen:

Der Eingangsbereich mit dem Mundloch von Stollen Nr. 2.

Unmittelbar hinter dem Mundloch besitzt der Stollen Nr. 2 einen Holzausbau.

Die westliche Eingangsverteidigung. Rechts davon befindet sich die oben im Text erwähnte kleine, betonierte Halle.

Der Blick in die kleine Halle.

Artefakte aus der Zeit des 2. Weltkrieges, die im Umfeld der Anlage Säuferhöhen aufgefunden wurden.

Der interessante Bereich des "Uskok". An der Stelle, wo sich die Person als Größenvergleich befindet, wird ein in die Tiefe führendes Treppenhaus vermutet. Dieser Bereich wurde nach dem Krieg mit Kies verfüllt und beim touristischen Ausbau der Anlage in den 90er Jahren lt. Garba mit einer Eisenplatte abgedeckt. Auf die Eisenplatte brachte man dann zusätzlich eine weitere Kiesschüttung auf. Die Türöffnung im Hintergrund führt in eine weitere kleine, betonierte Halle neben dem Stollen Nr. 2.

Ein Blick in die zweite kleine Halle. Hier werden die verrosteten Überreste von Waffen aus dem 2. Weltkrieg präsentiert.

Dieses Bild zeigt die Gegenrichtung. Im Hintergrund ist ein Versturz durch die Sprengung der dahinterliegenden Eingangsverteidigung zu erkennen. Rechts der Durchgang zum "Uskok".

Die schräge Schuttebene mit der Holzstiege im Bereich des "Uskok". Man erkennt deutlich den Höhenunterschied von ca. 15 m zwischen den beiden Anlagenteilen. Vermutlich unterfährt Stollen Nr. 2 den Bereich, wo sich die Person als Größenvergleich befindet. Beweisbar ist diese Theorie momentan aber nicht, da entsprechende Grabungsarbeiten in diesem Bereich vom Betreiber der Anlage untersagt wurden.

Oberhalb des "Uskok" führt ein weiterer Stollen in den Berg. Unter diesem könnte sich eventuell 15 m tiefer die weitere Erlängung des Stollen Nr. 2 befinden.

Da in der mittlerweile den Touristen ebenfalls zugänglich gemachten Anlage Wolfsberg den geneigten und zahlungskräftigen Hobbyabenteurern Kahnfahrten in den abgesoffenen Stollen angeboten werden, wollte man in Säuferhöhen natürlich nicht zurückstehen. Also errichtete man in einem engen Stollen einen ca. 50 cm hohen Damm und staute das wenige Grubenwasser an. Im Hintergrund ist ein verrostetes Stahlboot zu erkennen. Über einen derartigen touristischen Unsinn schütteln sogar die Einheimischen die Köpfe...

Der Blick in einen Querschlag. Deutlich ist die Auffahrung dieser Halle in zwei Ebenen anhand der Gesteinsstufe erkennbar.

Die größte Halle des Objektes Säuferhöhen. Sehr gut sichtbar sind die Holzverschalungen für die geplanten Betonierarbeiten. Im Hintergrund beginnt ein mit einem Holzausbau versehener Stollen.

Ein weiteres Bild der größten Halle von Säuferhöhen.

Über den bereits oben erwähnten Stollen gelangt man von der größten Halle in eine wesentlich kleinere, aber ausbetonierte Halle im Berg.

Der Blick in die ausbetonierte, flache Halle über deren geplanten Verwendungszweck völlige Unklarheit besteht.

Dieses Foto zeigt den Stollen Nr. 1, über den die Touristen in den Sommermonaten die Anlage verlassen. Im zeitigen Frühjahr bildet in diesem Bereich eindringendes Grubenwasser aber noch große Eisbarrieren, so daß dieser Stollen nicht gefahrlos passiert werden kann. Im Vordergrund des Bildes sind ca. 50 cm hohe Eisreste erkennbar.

An einem Streckenkreuz werden für die Touristen alte Loren präsentiert.

Stollen Nr. 1 erweitert sich dann bergwärts zu diesem geplanten größeren Querschnitt.

Ein weiteres Bild, auf dem das Auffahren der Hallen in zwei Ebenen deutlich erkennbar ist.

Im Frühjahr fährt man aus der Anlage wieder über das Mundloch von Stollen Nr. 2 aus.

Ein Blick auf das Umfeld des Objektes Säuferhöhen.

Am Berghang finden sich noch viele Betoninstallationen, deren geplanter Verwendungszweck nicht zuordenbar ist. Der Aufbau erinnert an die Sprengstofflager alter Steinbrüche.

Die riesige Betonplatte des "Kraftwerks".

Eine bis jetzt noch nicht geklärte Betonstruktur des "Kraftwerks".

Eine Detailaufnahme der 9 aufrecht stehenden Betonröhren. Ihre Bedeutung ist ebenfalls unklar.

Zwei Schächte innerhalb der Betonplatte des "Kraftwerks". Das folgende Bild zeigt den hinteren, linken Schacht mit rechteckigem Querschnitt.

Der Blick in den rechteckigen Schacht. Die darunter liegende Kammer steht komplett unter Wasser.

An vielen Stellen des "Kraftwerks" sind Tonröhren einbetoniert. Auch hier konnte nicht geklärt werden, welcher genauen Verwendung sie zugeführt werden sollten.

Das verbunkerte Stahlbetongebäude "Casino" befindet sich ca. 150 m nordöstlich von der gewaltigen Betonplatte des "Kraftwerks". Auf dem Bild ist der westliche Teil des Bauwerkes zu sehen.

Der dem "Kraftwerk" zugewandte Teil des "Casinos" ist zur übrigen Baukörperstruktur aus unbekannten Gründen leicht abgewinkelt errichtet.

Der östliche Teil des "Casinos".

Dieses Bild zeigt eine Innenaufnahme aus dem abgewinkelten Teil des Baukörpers.

Der Blick in den östlichen Teil des "Casinos". Deutlich ist die bauliche Aufteilung in zwei lange Hallen zu erkennen.

Polnische Forscher haben an dieser Stelle das Niveau der Sohle des "Casinos" bis zu 4 m untergraben. Gefunden wurde nichts relevantes...

Dieses Bild zeigt die südliche Halle des "Casinos". Im Bildhintergrund ist nach den Türöffnungen die abgewinkelt angesetzte Baukörperstruktur zu lokalisieren.

Abschließend noch ein Bild des östlichen Teils des "Casinos". Dieser Bereich wurde aus nicht nachvollziehbaren Gründen mit einem Ziegelmauerwerk versehen.

FAZIT: Jedem Geschichtsinteressierten ist ein Besuch dieser Anlage unbedingt zu empfehlen. Leider erfolgen die Erklärungen der jeweiligen Führer nur in der polnischen Landessprache. Führungen in englischer oder deutscher Sprache wären hier sehr wünschenswert.

Es ist fraglich, ob alle baulichen Geheimnisse der Anlage Säuferhöhen mittlerweile zufriedenstellend geklärt wurden. Da eine ganze Reihe von Indizien existieren, die auf die Existenz von unbekannten Stollen und Hallen im Fels hindeuten, ist zu vermuten, daß im Laufe der Zeit noch weitere unterirdische Anlagenteile entdeckt werden. Diese Vermutung wird u.a. durch die Arbeit polnischer Forscher untermauert, die mit einer Wärmebildkamera thermische Anomalien im Umfeld der Anlage zuordnen konnten. Vielleicht wird das Geheimnis dieser in ihrer Bedeutung bis heute unverstandenen Anlage eines Tages doch noch gelöst...

© Text DieterTD / PeMü, alle Fotos PeMü

 

 

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