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Unter Wasser stehende untertägige Anlage im Bereich der Wenzelausgrube

Vorbemerkung:
Wir haben bei TD lange überlegt, ob wir diese Anlagen der Öffentlichkeit vorstellen sollen, obwohl noch keine gesicherten Erkenntnisse zur Verwendung, insbesondere zum Produktionsspektrum und Technologien der Munitionsherstellung vorliegen. Aber vielleicht hat ja einer der Leser einen entsprechenden Hinweis. Natürlich kennen wir den Namen des Herstellers. Wir unternehmen erhebliche Anstrengungen, hier Aufklärung zu erhalten und werden natürlich darüber berichten, wenn greifbare Ergebnisse vorliegen.

Dieter TD

Hier nun der Bericht:

Im Umfeld des vorgestellten Zechengeländes der Wenzelaus- Grube existieren noch etliche untertägige Anlagen, deren frühere Verwendung nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Vermutlich stammen sie noch aus der Betriebszeit dieses alten Bergwerkes und stellen somit Betriebsräume für die zu realisierende Medienversorgung der hier befindlichen obertägigen Installationen der Zeche dar. Als weitere Möglichkeit kommt in Betracht, daß die aufgefundenen Anlagen auf die Aktivitäten des während des Krieges hier tätigen Sprengmittel- und Munitionsherstellers zurückgehen. In beiden Fällen ist aber derzeit eine Rekonstruktion des Verwendungszweckes nicht eindeutig möglich.

Die hier im Bild gezeigte untertägige Installation steht zu großen Teilen unter Wasser. Über im Laufe der vergangenen Jahrzehnte entstandene Tagesbrüche gelangt man in die ausgebauten Hohlgänge. Bemerkenswert ist die ungewöhnliche konstruktive Ausführung der Seitenwände dieser Stollen. Offenbar handelt es sich hier um Strukturen, in denen Rohrleitungen und/oder entsprechende Kabel zur Energieversorgung bzw. Kommunikation zwischen den verschiedenen obertägigen Objekten geführt wurden.

In regelmäßigen Abständen führen Revisionsschächte mit eingelassenen Steigeisen an die Erdoberfläche. An einigen Stellen finden sich massive Verbrüche in den Hohlgängen, die offenbar durch die vollständige Sprengung der obertägigen Objekte entstanden. Die hinter den Verbrüchen liegenden Stollenbereiche sind nicht mehr fahrbar, damit läßt sich der ursprüngliche Gangverlauf für eine Kartierung leider nicht mehr eruieren.

Im tiefen Wasser befinden sich noch sehr viele unterschiedliche, scharfkantige Installationsreste. Eine Befahrung der Anlage mußte aus diesem Grund sehr vorsichtig erfolgen, da ständig die Gefahr bestand, die Wat-Hose an den verrosteten Metallteilen zu zerstören. Das hätte möglicherweise unangenehme Folgen, da nicht sichergestellt werden konnte, ob das Wasser frei von Schadstoffen ist oder möglicherweise mit chemischen Substanzen der damaligen Munitionsherstellung kontaminiert wurde.

Ein Streckenkreuz, ab diesem Punkt steht die Anlage unter Wasser.

Ein weiteres Befahren der Anlage ist nur mit Wat-Hose möglich.

Das tiefe Wasser macht eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, um die Wat-Hose nicht an scharfkantigen Metallteilen zu zerstören.

Hier handelt es sich vermutlich um ehemalige Betriebsräume der Anlage.

Eine genaue Zordung der Verwendung dieser Räume war leider nicht möglich.

Der Wasserstand im Hauptstolln betrug ca. 1,20 Meter. Durch aufgewirbelte Sedimente der Stollnsohle war das Wasser sehr trübe, so daß mögliche Gesenke schlecht ausgemacht werden konnten.

Einer der Ausstiege der Anlage mitten im Wald.

FAZIT: Leider existieren in der hier gezeigte untertägige Anlage der Zeche kaum noch Technik-Einbauten aus der damalige Zeit. Trotzdem ist eine Befahrung aufgrund der aufgefundenen konstruktiven Bauausführungen der Hohlgänge interessant und lohnenswert. Eine Wat-Hose ist für eine Befahrung unerläßlich.

© PeMü 11/02

Alle Fotos Copyright PeMü !!!

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