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Die

Militärarchäologische Gesellschaft Szczecin

stellt sich vor.

 

Die Gesellschaft für Militärarchäologie entstand in Szczecin vor 5 Jahren. Zuerst war das eine lose Gruppierung von Enthusiasten der Militärarchäologie. Wir brauchten aber eine Organisation, die uns gegenüber allerlei Behörden und nach außen vertreten könnte. Die ersten Impulse kamen seitens der Studenten des Instituts für Geschichte der Universität in Szczecin. Sie wählten Herrn Piotr Brzezinski als ihren Vertreter. Nach einiger Zeit und einem Haufen bürokratischer Formalitäten konnte die Gesellschaft eine Rechtsfähigkeit erlangen. Unsere Rechtform entspricht in den wesentlichen Punkten einem e.V. in Deutschland. Die Zahl der Mitglieder unserer Gesellschaft beträgt zur Zeit 34 Personen. Sie üben verschiedene Berufe aus. Unter uns gibt es Soldaten, Polizisten, Journalisten, Studenten, Rentner. Wir führen keine Partisanen- Suche bei Nacht und Nebel durch. Die Gesellschaft als eine rechtsfähige Organisation bekam eine schriftliche Sucherlaubnis für alle Wälder im Raum Szczecin. Alle unsere Mitglieder besitzen die entsprechende Erlaubnis, die EWB, die von der Polizei ausgestellt worden sind. Die Stärke unserer Gruppe beruht in dem Zugang zu Informationen. In all diesen Jahren bauten wir ein dichtes Netz der Kontakte auf, sowohl auf der offiziellen als auch privaten Ebene. Diese Kontakte, die von den Kommandanten der Miltäreinheiten bis zu der Direktion der Nationalparks reichen helfen uns bei der Erfüllung unserer Statutpflichten.

In unserem Statut stehen 2 Hauptaufgaben. In der ersten verpflichten wir uns, die Suche nach den Gräbern der gefallenen Soldaten zu fördern und die Pflege der Grabstätte aufzunehmen, die zweite Aufgabe konzentriert sich auf der detaillierten Beschreibung der Kämpfe im Raum Szczecin/Stettin. Meine Erörterungen werden sich weiter auf dem ersten Punkt konzentrieren.

Die genaue Zahl der im Raum Szczecin gefallenen Soldaten bleibt immer unbekannt. Die Verluste der Deutschen schätzen wir auf ca. 10000 Gefallene, die der Russen zwei Drittel davon. Die Politik der Kommunisten trug dazu bei, dass das Problem der gefallenen deutschen Soldaten verschwiegen worden war. Deshalb wurden nur die russischen Gefallenen auf den Militärfriedhöfen beigesetzt. Die Deutschen blieben weiterhin verschollen. Nach der Wende änderte sich die Situation rasch, was sich auch in den neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Informationsgewinnung ausdrückte. Seit der Entstehung unserer Gesellschaft führen wir eine Evidenz der gefundenen menschlichen Überreste. Die russischen Soldaten werden dann direkt auf dem Zentralfriedhof in Szczecin, in dem russischen Militärbereich, der Erde wiedergegeben. Für die deutschen Soldaten entsteht jetzt in der Nähe von Szczecin in Glinna/Glien ein deutscher Militärfriedhof. Die Durchsetzung dieses Vorhabens dauerte über zwei Jahre, unsere Gesellschaft nahm daran erheblich teil. Unsere Bemühungen werden durch die Deutsche Dienstelle in Berlin (WAST) und den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge in Kassel unterstützt. Mit diesen beiden Organisationen arbeiten wir schon lange zusammen. Leider werden nicht bei allen Skeletten der deutschen Soldaten die Erkennungsmarken gefunden, die eine Identifizierung ermöglichen.

In seltenen Fällen ist es auch trotz der vorhandenen EM eine Identifizierung unmöglich. Entdeckt wurden schon über 100 Stätte mit menschlichen Überresten, in ca. 55 Fällen wurden auch die EM ausgegraben, davon ist die Hälfte der Soldaten durch die Deutsche Dienststelle schon identifiziert. Manche Beispiele (Namen, Daten von der EM und die Unterstellung einer Militäreinheit) werde ich im 2. Teil meiner Erörterungen angeben.

Ich hoffe, dass ich durch diese kurze Skizze einen Überblick über die Tätigkeiten der Gesellschaft für Militärarchäologie in Szczecin gegeben habe. Ich wende mich an alle mit einer Bitte. Wenn jemand Erfahrung in der Entschlüsselung der Abkürzungen auf der EM besitzt wird gebeten, mit uns den Kontakt aufzunehmen. Wir finden viele lose EM ohne Skelette, deren Abkürzungen für uns ein Rätsel sind. Für alle Antworten bedanke ich mich im Namen der Gesellschaft sehr herzlich.

Andrzej Mazul-Guty

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