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Befahrung eines über 500 Jahre alten Erbstollens


Auf die genaue Nennung der Lage dieses alten Stollens muß leider verzichtet werden, da die vergangenen Jahre deutlich zeigten, daß sich viele Leute nur auf den mit der Thematik befaßten Internetseiten informiert haben, um anschließend in den betreffenden Anlagen zu randalieren.

Diesen Menschen ging es nicht um das Interesse am eigentlichen Objekt und der damit verbundenen Geschichte, sondern blinde Zerstörungswut stand im Vordergrund.

Weiterhin ist ein erschreckendes "Zumüllen" alter Untertageanlagen zu beobachten. Man findet alle möglichen Reste von unnütz gewordenem Equipment, wie z.B. alte Taschenlampenbatterien, Bierbüchsen, Glasflaschen, Folientüten, selbst noch säuregefüllte KFZ-Bleiakkus.....die ganze Palette des Zivilisationsmülls! Alles wird bei Befahrungen achtlos weggeworfen, obwohl man anfallenden Müll auch wieder problemlos mitnehmen könnte.

Außerdem gibt es mittlerweile an sehr vielen Stollenwänden Unmengen von farbigen Markierungspfeilen und Symbolen, deren größter Teil meist auch völlig unnütz ist. Keiner denkt hier offenbar daran, daß diese Schmierereien mittels Markierungsspray ein altes, historisches Stollensystem völlig entstellen. Oft reicht zu Markierungsarbeiten schon ein markantes Aufschichten von kleinen Steinen oder vorgefundenem Grubenholz, stattdessen bevorzugt man die bequemere Variante mittels neonfarbenem Markierungsspray.....

Die Wenigsten respektieren das Alter und die geschichtliche Bedeutung derartiger Anlagen.

Aufgrund der obigen Ausführungen wird es sicher verständlicher, warum genaue Lagebeschreibungen der Objekte hier nicht mehr veröffentlicht werden.

Der hier vorgestellte Erbstollen ist glücklicherweise noch völlig frei von derartigen Verschandlungen und dabei soll es auch bleiben! Fachleute schätzen das Alter dieses Stollens auf über 500 Jahre. Er entwässert immer noch ein tief im Berg liegendes Grubenfeld, welches aber mittlerweile verbrochen ist. Die genaue Ausdehnung dieses verborgenen Grubensystems läßt sich nicht mehr zuordnen. Es sind keinerlei Risse verfügbar.

Auf nachstehendem Bild ist der Eingangsbereich dieses Stollens zu sehen. Die ungewöhnlichen Umbauarbeiten des Mundloches wurden vor ca. 100 bis 150 Jahren vorgenommen, da man den Stollen zur Wassergewinnung nutzte.

Bemerkenswert ist der Firstverbau mittels Steinplatten im Eingangsbereich. Im gewachsenem Fels konnte dann dagegen auf einen Stützausbau verzichtet werden.

Die Stollensohle steht ca. 1 Meter unter Wasser, welches aus oben genanntem, alten Grubenfeld und die Schüttung einer Stollenquelle in diesen
Erbstollen gelangt.

Die Stollensohle besteht aus feinem, hellen Kies. Dazwischen hat sich ein Sediment abgelagert, welches leider selbst bei vorsichtigstem Bewegen aufgewirbelt wird. Das kristallklare Wasser färbt sich dadurch unschön rostrot. Als Größenvergleich dient mein verwendetes Fotostativ.

Am Ende des Stollens befindet sich eine schwere Verbruchzone. Zum besseren Größenverständnis habe ich mich mit Stativ einmal selbst fotografiert. An dieser Stelle sieht man einen entsprechenden Stützausbau des Stollens, sowie Reste von altem Grubenholz.

Interessant ist die in diesem Bereich notwendige Firstsicherung mittels grob zugehauener Steinplatten. Oberhalb dieser alten Steinplatten befindet sich größeres Blockwerk und Gesteinsschutt. Wahrscheinlich hat aufgrund der Einfachheit dieses Ausbaues dieser Streckenabschnitt die vergangenen 500 Jahre ohne weiteren Verbruch überdauert.

Die folgenden beiden Bilder zeigen eine kurze Querstrecke, die parallel zur Störungszone im Gebirge verläuft. Im zweiten Bild ist oberhalb des Firstausbaues ein größerer Hohlraum zu erkennen. Entweder beginnt an dieser Stelle das gesuchte Grubenfeld oder es handelt sich um die noch sichtbaren Reste eines hier an die Erdoberfläche führenden Schachtes. Leider ist dieser schräg nach oben führende Hohlraum nur durch Beklettern erreichbar, was aber in meinem verwendetem Wat- Anzug nicht machbar war.

Laut alten Chroniken wurden in diesem Berg Erze abgebaut, sogar Gold soll hier vor über 500 Jahren gefunden worden sein. Die nachstehenden beiden Bilder präsentieren weitere Impressionen aus diesem alten Erbstollen, der immer noch das hier verborgene, alte Grubenfeld entwässert.

Die nächsten zwei Bilder zeigen mich auf meinem Rückweg zum Mundloch, welches auf dem letzten Foto in Bildmitte bereits erkennbar ist. Innerhalb des Stollens gibt es an verschiedenen Stellen leichte Weitungen des Ganges. Möglicherweise versuchte man damals in diesen Bereichen Nebenstrecken aufzufahren. Die Art des begonnenen Stollenvortriebes läßt diese Vermutung zu.

Es bleibt nur zu hoffen, daß dieser geschichtlich interessante Stollen in dieser Form der Nachwelt erhalten wird und vom Vandalismus verschont bleibt.

PeMü

Alle Fotos Copyright PeMü !!


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