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Team Delta war Gast bei der Befahrung von zwei Karsthöhlen

 

40 km nördlich von Nürnberg liegt mitten in der Frankenalb der malerische Ort Hirschbach. Abseits von lärmender Industrie bietet das Landschaftsschutzgebiet Hirschbachtal mit seinen romantischen Waldbergen (bis 600 m) und  hohen Dolomitfelsen dem gestreßten Menschen noch echte Erholung.

 

Dem an der Schönheit dieser Bergwelt Interessierten bietet sich hier an den aus dem Wald aufragenden weißen Steilwänden ein anspruchsvolles Klettergebiet, in dem Wege bis zum 9. Grad begangen werden können. Man findet hier auch zahlreiche, sehr gut ausgebaute Klettersteige und 200 km Wanderwege. Stellvertretend sei hier nur der an der Mittelbergwand gelegene Norissteig genannt. Dieser 1982 von der DAV- Sektion Noris erbaute Wander- und Klettersteig zählt heute zu den beliebtesten Nürnberger Ausflugszielen.

Die weißen Dolomitfelsen sind Kalkablagerungen des alten Jurameeres, ähnlich den Korallenriffen der Südsee. Besonders zahlreich findet man diese Dolomitriffe und -klötze um Hirschbach.
Und wo es diese Felsen gibt..... da gibt es auch Höhlen.....von denen allerdings viele unentdeckt sind und bleiben.....
Team Delta war nun als Gast bei der Befahrung von 2 großen Karsthöhlen dabei, die sich im Umfeld der oben genannten Ortschaft befinden.

Die Bismarckgrotte

Die erste Befahrung führte uns in die Bismarckgrotte, die etwas versteckt unterhalb eines kleinen Hügels mitten im Wald zu finden ist. Der Einstieg zu dieser Höhle ist eine enge Kluft, in der man sich ungefähr 10 m abseilen muß, um auf den Grund der Eingangshalle zu gelangen. Unten angekommen gibt es gleich ein großes Hallo, denn wir begegnen einer anderen Späologentruppe.

Die Grotte selbst besteht aus mehreren parallel liegenden schmalen, hohen Hallen, welche sich in einem Labyrinth aus immer kleiner werdenden Gängen verlieren. Die betreffenden Fotos unter diesem Beitrag vermitteln einen Eindruck der geologischen Gegebenheiten vor Ort.

Von diesem Hallenbereich gelangt man nach dem Passieren von etwas engen Gängen an eine sehr schmale, im Fels gelegene Kluft. Diese unebene Spalte ist ca. 60 cm breit und ungefähr 15 m lang. Man steigt unter dem First ein, unter unseren Füßen sieht man in geschätzten 8 m Tiefe im hellen Halogenlicht der Stirnlampen den Höhlenboden schimmern. Nach dem Durchklettern dieser Engstelle finden wir uns plötzlich in einem größeren Raum wieder. Im Schein unserer Lampen erkennen wir an der Höhlendecke etliche schlafende Fledermäuse. Auf einem Felsvorsprung glänzt die kupferne Metallkassette eines Höhlenbuches, welches von unserem Gastgeber und Höhlenführer im Dezember 1999 gesetzt wurde. Die Seiten des innenliegende Buches sind schon dicht mit ernsten, aber auch lustigen Sachen beschrieben, die zum Schmunzeln anregen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause erfolgt nun der Ausstieg aus der Höhle. Die jetzt folgende Kletterei ist etwas beschwerlich, da der Ausgang nur über den Durchstieg eines engen, korkenzieherartig gewundenen Kamins erreichbar ist. Irgendwann ist es geschafft, vor uns öffnet sich ein Felsentor.....wir befinden uns wieder am Tageslicht.

Der Einstieg zur Bismarckgrotte

Ein lustiges Hinweisschild mitten im Wald

 

Am senkrechten Einstieg zur Eingangshalle

Eine der Hallen in der Bismarckgrotte, man beachte die Person im Hintergrund als Größenvergleich

 

Ein weiteres Bild aus dem Innern der Höhle

 

Das Windloch

Am nächsten Tag stand dann das sogenannte Windloch auf dem Programm, eine der mächtigsten Höhlen der Fränkischen Alb. Nach einem rund 60 min dauernden Anmarschweg durch lichten Wald stehen wir vor einer breiten Felsspalte. Nun werden die Seile, Karabiner und das entsprechende Equipment ausgepackt. Wir legen die Klettergurte an und schlittern auf dem schrägen und sehr rutschigen Boden in die Tiefe, bis wir einen schmalen Felsvorsprung mit dem Einstiegsfenster erreichen. Vor unseren Augen gähnt ein schwarzer Abgrund. Ein Blick über die Abbruchkante läßt tief unten in der Finsternis den Boden dieses grausigen Schlundes erahnen.

Das Windloch hat in etwa die Form eines gigantischen Bienenkorbes, der Einstieg befindet sich seitlich im oberen Bereich dieses riesigen Domes. Unser Höhlenführer übernimmt jetzt die Seilfixierungen, Karabiner werden in die vorhandenen Haken der Felswand geklickt. Nun wartet eine ca. 40 m tiefe Abseilstrecke am freihängenden Seil auf uns.

 

Am Einstieg zum Windloch

 

Am Seil

Ein Teil des Domes von unten gesehen

 

Irgendwann "landen" wir dann auf der Spitze des großen Schuttkegels, der im Laufe der Zeit auf dem Höhlengrund durch herabfallendes Lockermaterial entstanden ist. Diese Grotte hat hier am Grund, der nur aus groben Geröll und Blockwerk besteht, einen ovalen Querschnitt von ca. 30 m. Überall tropft Wasser von den Felswänden. Unter trockenen Überhängen schlafen auch hier etliche Fledermäuse.

Unser Höhlenführer steht in einiger Entfernung an einem vorspringenden Felsblock und winkt uns zu sich heran. Im Schein der Stirnlampen erkennen wir eine eingeritzte Jahreszahl am Fels, wir lesen 1897. Etwas weiter entfernt finden wir dann weitere, durch die Zeit verblichene Jahresangaben. Auf den ersten Blick kann man die Zahlen 1911 und 1954 leider nicht entdecken. Damals benutzten die Menschen nur dicke Hanfseile und eine einfache Ausrüstung, um die Tiefen der Fränkischen Alb zu erkunden.

Beim Entziffern der Jahreszahlen

 

Ein Teil des Schuttkegels am Grund des Windlochs

Auch hier befindet sich seit Anfang des Jahres 2000 ein Höhlenbuch, es gibt aber sehr wenige Einträge. Dafür hat sogar ein Engländer seine Begeisterung zu Papier gebracht, auch unser Blick wandert immer wieder über die grandiose Kulisse dieses riesigen Domes. Nachdem auch wir uns in diesem Buch verewigt haben, steht uns nun der anstrengende Aufstieg am Seil bevor. Mit Hilfe von Steigklemmen keuchen wir dem Tageslicht entgegen. Nach dem Überklettern eines Felsvorsprunges blenden uns dann wieder die Strahlen der Sonne........
Es war ein unvergeßliches Erlebnis.......

Unser besonderer Dank gilt Herren Lutz John aus Nürnberg, der uns dieses Abenteuer möglich gemacht hat !

PeMü
Alle Fotos Copyright Team Delta

Weitere Informationen


Für weiterführende Auskünfte zu den Höhlen, den Klettersteigen und für eine gute Übernachtungsmöglichkeit wenden sich Interessierte bitte an untenstehende Adresse:

Herr Zuber
Gasthof "Goldener Hirsch"
Hirschbacher Dorfplatz 1+3
8459 Hirschbach / Frankenalb
Telefon:  09152 / 986300
Telefax:  09152 / 986301
e-Mail:  zuber@hirschbachtal.de
Homepage: www.hirschbachtal.de

Weiterhin sind Zimmer in folgender Pension zu bekommen:

Gasthof - Pension "Zum Schwarzen Brand"
Inhaber Bäcker
Alte Dorfstraße 3
92275 Hirschbach / Frankenalb
Telefon: 09152 / 8501

Informationen zur Fränkischen Alb gibt es auch bei:

Geschäftsstelle der DAV
Sektion Noris in Nürnberg
Jakobstraße 50

Bei Kritik, Anregungen und Tipps zu diesem Beitrag bitte Mail an: PMller8231@aol.com

 

 

 

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