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Im Schutzbunker

Diverse Luftschutzbunker aus der Zeit des Dritten Reiches wurden in der Nachkriegszeit nicht abgerissen, sondern zu anderen Zwecken genutzt. Aus manchen wurden Lagerhallen, Wohnungen oder auch wieder Schutzbunker.

Ich hatte die seltene Gelegenheit, zwei solcher - in der Zeit des Kalten Krieges wieder vollständig eingerichteten und seitdem betriebsbereit gehaltenen - Schutzeinrichtungen im Norden Deutschlands zu besichtigen. Mein Dank gilt Michael und dem THW der norddeutschen Stadt, die das möglich gemacht haben. Aus verständlichen Gründen verzichte ich auf die genauen Ortsangaben sowie auf Außenansichten der Objekte.

Einige Impressionen aus dem Bunker mit kurzen Anmerkungen. Ich habe bewußt auf wissenschaftliche Darstellung verzichtet, denn solche Anlagen sind nicht das bevorzugte Betätigungsfeld von Team Delta. Trotzdem sollte jeder, der sich mit der Materie Bunker und unterirdische Anlagen befaßt, sich so ein Bauwerk einmal ansehen, auch wenn es nicht unbedingt auf seiner Forschungsrichtung liegt. Ein längerer Aufenthalt in so einem heutigen Schutzraum vermittelt bleibende Eindrücke darüber was es bedeutet, abgeschnitten von der Außenwelt Tage und Wochen im Beton verbringen zu müssen. Und er schärft den Blick für die damit verbunden Probleme.

Und nun los:

Der Bereich vor den Schleusen an der Außenseite des Bunkers. Durch diese Drehgitter wird er betreten. Es besteht die Möglichkeit, die Gitter zu sperren und damit weiteren Personen den Zutritt zu verwehren. Die Gitter sind mit Zähleinrichtungen ausgestattet.

Hat man das Drehgitter passiert, trifft man auf die Außentür der Schleuse.

Das letzte Bild zeigt den Raum im Innern des Bunkers, wo die Bedienung der Schleusensteuerung erfolgt, die Schleusen überwacht werden und auch entsprechende Anweisungen gegeben werden können.

Im Innenbereich des Bunkers erfolgt eine räumliche Trennung zwischen den Bereichen des Bedienpersonals und solchen, die "öffentlich" zugägnglich sind.

Ein Treppenaufgang.

Was aussieht wie ein Bild aus der Bahn vergangener Zeiten, ist ein sogenannter Sitzraum. Auf Grund des geringen Platzangebotes in so einem Schutzbunker kann nicht jedem ein Bett zur Verfügung gestellt werden. Bei längerem Aufenthalt müssen also zumeist 2/3 der Personen sitzen, während 1/3 in den vorhandenen Betten schlafen kann. Über den Sitzen sind Kopfstützen angebracht, die Verletzungen bei Erschütterungen des Schutzbauwerkes verhindern sollen.

Hier ein Liegeraum. Ich hab es ausprobieren dürfen, es ist eng und kalt, aber es geht. Außer für die Mitbewohner, die mußten mein Schnarchen ertragen :-))

Blick in ein WC in gediegener Edelstahlausführung.

Es gibt verschiedene Bereiche, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Der Raum des Bunkerwarts. Von hier können die meisten lebenswichtigen Vorgänge gesteuert werden und hier befindet sich auch die Kommunikationszentrale. In die fehlenden Einschübe links gehören Radio und Verstärker - beides derzeit zur Instandsetzung.

Blick in den Werkstatt- und Lagerbereich mit Brunnenkammer.

Die links und rechts der Luke aufgestapelten Steine besitzen einen hohen Bleianteil, um Strahlung an dieser geschwächten Stelle des Bunkers sicher zu schirmen.

Die Tür, hinter der sich die Filter verbergen. Wegen der zu erwartenden Strahlenbelastung gibt es nicht nur zwei Türen mit dazwischen liegender Luftschicht, sondern auch entsprechende Bemessungen der Türdicken.

Die Filter und die Steuerung für die kontaminierte Ansaugluft.

Kunst am Bau oder besser im Bunker. Hat schon mal jemand von den Lesern versucht, elektrische Leitungen auf Stahlbeton in einer solchen Präzision zu verlegen??

Mediensteuerung im Maschinenraum.

Die beiden Generaoren zur Notstromversorgung der Anlage.

Wie schon auf den wenigen Bildern ersichtlich, befindet sich der Bunker in einem sehr guten Zustand und ist sofort einsatzbereit, wenn er einmal gebraucht werden sollte (was wir alle natürlich nicht hoffen wollen). Dazu gehört nicht nur Geld, sondern jede Menge Arbeit, die meist ehrenamtlich geleistet wird. Arbeit, die weder in der Öffentlichkeit noch sonstwo gewürdigt wird. Ich denke, auch dafür sollte man einmal "Danke" sagen.

(C) by Dieter TD 2002

Ich danke Annett für die schnelle und gute Bildbearbeitung!

 

 

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